Essen in Kambodscha

Nach Thailand nun also Kambodscha. Das Land der Khmer – oder das, was nach den vielen Kriegen davon noch übrig ist, besuchen offenbar die meisten Touristen nur ganz kurz als Abstecher von Laos, Vietnam oder Thailand. Ein, zwei Tage in Angkor Wat, mehr widmen viele Besucher dem Land nicht. Dabei hat es aber einiges zu bieten, auch kulinarisch: Die kambodschanische Küche ist eine feine Mischung aus Einflüssen der umliegenden Länder und lange nicht so scharf wie in Thailand.

Allgegenwärtig sind etwa frische Frühlings- bzw. Sommerrollen, die statt Koriander meist den vietnamesischen Koriander beinhalteten.

Gegessen haben wir vor allem zwei Nationalgerichte: Fisch Amok – ein traditionelles Khmer-Fischcurry mit einer feinen, sämigen Sauce mit viel Zitronengras, serviert oft im Bananenblatt-Körbchen. Am öftesten zugelangt haben wir bei Beef Lok Lak, ein Rindfleischgericht, das aus Vietnam übernommen wurde. Dafür wird das Rindfleisch in dünne Streifen geschnitten und mit Pfeffer, Zucker und Limettensaft mariniert, scharf angebraten und in einer Sauce aus Fischsauce und Pfeffer geschwenkt. Dazu gibt es einen Pfeffer-Limetten-Dip, Und natürlich Reis, das ist in Südostasien natürlich die wichtigste Beilage (auch wenn man in den Touristenlokalen auch oft Pommes bekommt).

Apropos Pfeffer: Der wunderbare Pfeffer aus Kampot ist eine der wichtigsten Exportgüter aus Kambodscha und auch hierzulande erhältlich.

Probieren sollte man auch einmal Kralan, eine traditionelle Süßspeise, die es oft bei Straßenküchen gibt: Kralan ist Sticky Rice, der mit Zucker, Kokosfleisch und roten Bohnen im Bambusrohr auf offenem Feuer gegart wird.

 

 

Advertisements

Essen in Thailand

Das neue Jahr hat begonnen und schon muss ich einen Vorsatz erfüllen – nämlich endlich wieder mehr Blogposts! Beginnen wir mit einem kulinarischen Rückblick auf unsere Reise im November. Die führte uns zwei Wochen lang durch Thailand und Kambodscha. Nach Hongkong und Macao im März schon die zweite Asien-Reise in nur einem Jahr. Nachdem es keine Einzelmeinung ist, dass die thailändische Küche die beste der Welt ist, haben wir uns ohne Rücksicht auf Schärfegrade durchgekostet. Manchmal kam bei jedem Bissen der Dampf aus den Ohren heraus, aber wir haben es eigentlich nie bereut.

Ein paar Must-trys für Thailand:

  • Papayasalat! Bei den heißen Temperaturen ein absolutes Muss, allerdings Vorsicht: Der erfrischende Salat aus grünen Papayas ist nur dann authentisch, wenn er höllenscharf ist.
  • Pad Thai. Der Klassiker für Touris, auch weil es ein sehr bekömmliches, nicht scharfes Gericht ist. Aber ohne Pad Thai sollte man nicht wieder heimfahren.
  • Currys, allen voran das Massaman Curry. Indisch-muslimisch-thailändische Fusionküche. Landete auf einer Liste der allerbesten Gerichte der Welt auf Platz eins.
  • Mango Sticky Rice. Die klassische Nachspeise Südostasiens.
  • Roti Sai Mai. Lokales Dessert aus Ayuttaya, besteht aus Palatschinken-artigen Fladen, in die Zuckerfäden eingerollt werden. Seltsam, aber sehr gut!
  • So ziemlich alles, was die Damen in ihren Garküchen so anbieten. Eines der besten Essen, das uns untergekommen ist, wurde M. im Zug serviert – im Plastiksackerl um 2 Euro.
  • Thai Craft Beer. In Thailand hat sich inzwischen eine gar nicht kleine Szene entwickelt. Neben den bei der Hitze immer wohltuenden Lagersorten Chang, Singha und Leo empfiehlt es sich, da einmal ein paar Schlücke zu wagen.
  • Frischen Fisch. An der Küste.
  • Abseits der Thaiküche gibt es vor allem im Bangkok natürlich auch andere tolle Asia-Lokale – japanisch, koreanisch … you name it.
  • Und für alle, die sich so etwas gerne leisten: In Bangkok befindet sich das beste Lokal Asiens laut der berühmten Pellegrino-Liste: Gaggan. Mehr dazu weiter unten!

Hier ein paar Bilder vom Essen in Thailand – weitere Reisefotos von mir gibt’s unter diesem Link hier.

 

Okay, jetzt aber zu Gaggan. Selten bin ich auf einen Restaurantbesuch so oft angesprochen worden, und das lag nicht nur daran, dass ich das gesamte Menü – das bestand nämlich ausschließlich aus Emojis!! – gepostet habe. Gaggan, benannt nach Chefkoch und Gründer Gaggan Anand, ist weltberühmt für seine zeitgenössische Interpretation von indischer Küche. Er hat die Molekularküche nach Asien gebracht und ein ganz eigenes Ding daraus gemacht, Lohn ist seit Jahren der Platz 1 auf der San-Pellegrino-Liste der besten Lokale von Asien und Nummer 7 weltweit.

Wer mehr über Gaggan Anand wissen will, sollte sich unbedingt die Chef’s Table-Doku auf Netflix ansehen. Dort erzählt er auch die Geschichte von seinem Signature Dish: Yogurt Explosion, das bekamen wir gleich als Gang Nummer zwei serviert. Was außerdem noch aus dieser unglaublichen Geschmacksreise durch Indien und mehr in Erinnerung bleibt: Ein Gang zum Auflecken („Lick it up“, samt eingespieltem Soundtrack), ein Mystery-Gang (die Blume stellte sich erst später als Ziegenhirn heraus, eine Spezialität in Indien!), ein unglaublich kreatives Spiel mit Traditionen und eine selten abwechslungsreiche Art des Anrichtens. Ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis, das ich aber sofort wiederholen würde! 🙂

Geschmorte Eier mit Faschiertem, Tahini und Sumach

Der Herbst neigt sich seiner ungemütlichen Phase zu. Zeit für einen kleinen köstlichen kulinarischen Ausflug an die Levante. Zeit, den Ottolenghi mal wieder aufzuschlagen. Diese Köstlichkeit hat der Liebste kürzlich für uns zubereitet. Es handelt sich um eine Variation von Hamshuka, ein israelischer Klassiker mit Lamm-Faschiertem auf einer Schicht Hummus. Nur kommen hier noch Eier dazu.

Nicht von der langen Zutatenliste abschrecken lassen – die Zubereitung selbst ist einfach! Lohnen tut sich das ganze sowieso. Und wie!

otto

Für vier Personen eine Zwiebel und sechs Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Einen EL Olivenöl in einer Pfanne (sie muss unbedingt einen Deckel haben, sonst großen Topf verwenden!) anbraten. 300 g Faschiertes (im Originalrezept Lammhackfleisch, wir verwendeten Rinderhack) dazugeben und ein paar Minuten bei starker Hitze braten, bis es durch ist.

Zugleich 200 g Kirschtomaten im Backrohr oder in einem Schmortopf bei starker Hitze anrösten.

Mit 2 EL gemahlenen Sumach, 1 TL gemahlenem Kreuzkümmel, 1 TL Salz und etwas Pfeffer würzen und noch etwas weiterbraten. Pfanne vom Herd nehmen, 50 g  Pinienkerne und 50 g Pistazienkerne (vorher rösten und grob hacken), 2 TL Harissa und eine eingelegte Zitrone (gehackt) untermischen.

Sauce aus 100 g griechischem Joghurt, 25 Tahini und 2 EL Zitronensaft zusammenrühren. Eventuell etwas Wasser hinzufügen, falls die Sauce zu dickflüssig ist.

Vor dem Servieren das Fleisch noch einmal erhitzen, etwa 100 ml Hühnersuppe dazugießen, zum Kochen bringen. Vier kleine Vertiefungen hineindrücken, 4 Eier hineinschlagen. Deckel auflegen, Eier ca. 8 Minuten bei schwacher Hitze stocken lassen. Das Eiweiß sollte idealerweise fest, der Dotter noch flüssig sein.

Das Gericht am besten direkt in der Pfanne servieren – davor noch mit der Joghurtsauce garnieren, mit noch mehr Sumach, Korianderblättern oder auch Zhoug (grüne Chilipaste mit Koriandergrün, Petersilie und Gewürzen) bestreuen, sofort servieren. Dazu passt natürlich Fladenbrot.

 

JRE Chefs Roulette: Kärnten tauscht mit der Steiermark

„Rien ne va plus“ hat es am 11. Oktober 2017 in Top-Restaurants in ganz Österreich geheißen: 22 junge Spitzenköche und Mitglieder der Vereinigung Jeunes Restaurateurs d’Europe Österreich haben für einen Abend ihre Küchen getauscht und sind mit Sack und Pack, vor allem mit den besten Erzeugnissen ihrer Produzenten, zum Restaurant eines anderen Mitglieds gereist, um dort die Gäste zu verwöhnen.

Ich durfte den „JRE Chefs Roulette“ Abend im Restaurant der Familie Krainer in Langenwang (Mürztal, Steiermark) verbringen. Dort hat man zwar bis ganz zum Ende des Menüs dicht gehalten, wer denn der Gastkoch ist, aber wie man am Menü sieht, war es längst kein Geheimnis mehr, dass die Reise nach Kärnten gehen würde …

Thomas Gruber, der in Pörtschach am Wörthersee in einem Restaurant, das ganz einfach Gasthof von Thomas Gruber heißt, kocht, hatte für einen Abend mit Andreas Krainer getauscht. Ich denke, da kann man die Bilder durchaus für sich sprechen lassen:

Penne mit Grünkohl, Pecorino & Rauchmandeln

Als diese komische grüne Beilage, die man in Deutschland zu Wurst und Kartoffeln serviert („Pinkel“, was für ein Name!), hat mich der Grünkohl nie überzeugt. Liegt aber vielleicht auch daran, dass der Grünkohl hier in Österreich weitaus weniger bekannt ist als bei den Nachbarn im Norden. Nicht nur, weil er als Superfood gilt, darf er in unserer Küche sehr gerne die Hauptrolle spielen – wie zum Beispiel hier in diesem Salat mit Walnuss, Speck und Parmesan.

Nach den Nationalratswahlen sogar nach dem Motto „grün – jetzt erst recht“.

Das Rezept stammt übrigens von Tim Mälzer, aus irgendeiner ARD-Kochsendung.

gruenkohl

Für 4 Portionen: Einen großen Bund, ca. 500 Gramm Grünkohl waschen und putzen, in reichlich Salzwasser rund 10 Minuten blanchieren. Danach mit kaltem Wasser abschrecken, gut abtropfen lassen.

Inzwischen 400 g Penne (oder andere kurze Nudeln) nach Packungsanweisung kochen. Eine Peperoni in dünne Ringe schneiden. Zwei Knoblauchzehen und eine rote Zwiebel schälen und fein schneiden. Alles in einer Pfanne mit etwas Öl anbraten. Den Grünkohl fest ausdrücken, in kleine Stücke zerschneiden (oder zerzupfen) und in die Pfanne dazugeben, 2 EL Rosinen kommen dann auch noch dazu. Das Ganze mit 100 ml Suppe (oder einfach Wasser) ablöschen, aufkochen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Rund 5 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen, dann noch ein kleines bisschen Butter und geriebenen Pecorino daruntermischen.

Die Nudeln gut mit dem Grünkohlgemisch vermengen, auf Tellern anrichten. Mit etwas geriebenem Pecorino bestreuen, gehackte Rauchmandeln darüberstreuen.

Erdäpfel mit Fenchel, Pecorino und Zitrone

Heute: Eine köstliche Kartoffel-Variante mit Gemüse, Pecorino-Käse und einem Hauch Zitronenschale. Noch besser: Es handelt sich um ein Gericht, das praktisch gar keine Arbeit macht – die Erdäpfel und das Gemüse garen ganz von alleine im Backrohr, gewürzt mit nur ein bisschen Olivenöl und Salz und Pfeffer und werden mit geriebenem Käse und ein wenig Zitronen-Zesten bestreut.

Als Beilage, etwa zu Lachsfilet, oder ganz allein kann das schon was!

erdäpfel fenchel pecorino

Für 4-6 Beilagenportionen bzw. 2-3 als Hauptgericht: Backrohr auf 220 Grad (Umluft) vorheizen. 600-700 Gramm kleine Erdäpfel gut waschen und abbürsten, 2 Fenchelknollen vom Strunk befreien und putzen. Erdäpfel nicht schälen, nur in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden, Fenchel in gleichmäßige Stücke schneiden. Beides mit gutem Olivenöl vermischen, mit reichlich Meersalz und Pfeffer mischen und gleichmäßig auf einem Backblech verteilen.

15 Minuten bei 220 Grad backen, wenden und nocheinmal 15 Grad backen. Dann mit fein geriebenem Pecorino bestreuen, durchmischen und weitere 10 Minuten ins Backrohr geben. Herausnehmen, mit noch mehr Pecorino und Zitronenzesten (von etwa einer halben Zitrone) bestreuen, nachwürzen und servieren!

Himbeer-Lambic-Sorbet

Was in aller Welt ist Lambic-Bier? Das habe ich mich jedes Mal gefragt, als ich mein Lieblings-Eisrezept-Buch – das von Jeni Britton Bauer – durchblätterte. Da gibt es nämlich mitten im Sommer (das Buch ist in Jahreszeiten unterteilt) eine ganze Doppelseite mit Sorbet-Rezepten mit Lambic-Bier.

Lindemann_framboise_front-600x900Das ist trotz des gerade omnipräsenten Craftbeer-Trends hierzulande tatsächlich nicht so leicht zu bekommen. Achso, an dieser Stelle sollte ich vielleicht endlich erzählen, was es denn nun eigentlich ist: Nun ja, die beiden „Drinking Thinkers“ vom Telegraph bezeichnen es ihrer Getränke-Kolumne als das älteste, seltsamste und unwissenschaftlichste Bier der Welt. Gebraut wird es in einer Handvoll Brauereien in und um Brüssel, das Wort Lambic ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung (wie Champagner). Das Bier entsteht durch Spontangärung und ist ziemlich bitter – oben erwähnte Drink-Kolumnisten beschrieben den Geschmack in etwa wie jenen von „in Sherry getränkten alten Socken“. Obwohl den Zutaten nach definitiv ein Bier, ist es geschmacklich eher am Cider.

Dass das Lambic-Bier nun doch relativ verbreitet ist (mittlerweile sogar bei Billa Corsa erhältlich!), liegt nicht nur am guten Bier-Image von Belgien, sondern auch daran, dass die Biere meist mit Fruchtsirup versetzt sind, der der Bitterheit eine fruchtige Süße entgegensetzt. Ganz klassisch ist etwa Kirsche, beliebt sind auch Pfirsich, Apfel, Zwetschge und Johannisbeere. Oder Himbeere, das habe ich mir – so spontan wie die Fermentation bei der Herstellung – aus dem Regal geholt. Lag vielleicht auch daran, dass ich mit einem Himbeer-Sorbet mit Alkohol bereits eine ganz gute Erfahrung gemacht habe!

Jetzt ist wohl nur noch eine Frage offen: Warum Sorbet mit Bier? Einerseits wegen des Süße-Säure-Bitterheits-Spiels, das einen interessanten, nuancenreichen Geschmack ergibt. Sorbets brauchen eigentlich sehr viel Zucker – nicht wegen des Geschmacks, sondern damit sie die richtige Konsistenz bekommen und weich bleiben. Durch den Zucker im Alkohol muss man weniger Zucker dazugeben!

himbeer lambic sorbet

Für 1 l Sorbet: 500 g (TK-)Himbeeren in einem Topf pürieren. Mit 170 g Kristallzucker und 80 ml Glukosesirup zum Köcheln bringen und rühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Sofort vom Herd nehmen und abkühlen lassen – wenn die Masse Zimmertemperatur hat, noch für mindestens 90 Minuten in den Kühlschrank stellen. Wer die Kerne draußen haben will, streicht die Masse anschließend durch ein feines Sieb. 170 ml Lambic-Bier (ebenfalls kühlschrankkalt) dazugeben.

Nun in die Eismaschine geben und frieren lassen – das Sorbet sollte die Konsistenz von sehr weich geschlagenem Schlagobers haben.

In eine Aufbewahrungsbox geben, mit einem Stück Pergamentpapier einigermaßen luftdicht abschließen und vor dem ersten Genuss mindestens 4 Stunden gefrieren lassen.

(Das dunkelbraune Eis auf dem Foto ist Zartbitter-Schoko – damit war ich aber nicht ganz zufrieden, das wird vorerst noch nicht gebloggt!!)

Spinatknödel mit brauner Butter

Mir musste man Spinat ja noch nie mit irgendwelchen Tricks schmackhaft machen, ich war immer schon einfach so Fan. Da hätte es weder Popeye gebraucht, noch die völlig überzogenen Angaben zum Eisen-Gehalt. Noch ein Extra wie haselnussbraune Butter, die wohl aus jedem Gemüse eine Köstlichkeit macht.

Das Rezept stammt aus dem Buch, das ich immer hervorhole, wenn ich ein tolles Gemüsegericht suche: „Österreich vegetarisch“.

spinatknoedl

Für zwei Personen / 6 kleine Knödel: 250 Gramm frischen Spinat kurz in heißem Salzwasser blanchieren (oder 50 g TK-Spinat auftauen lassen) und gut ausdrücken. In eine Schüssel geben. Dazu kommen 170 g Toastbrot (ich habe diese neue Sorte „Kornspitz-Toast“ verwendet, das hat gut gepasst!), ein Ei, 80 ml lauwarme Milch sowie Salz und Muskatnuss zum Abschmecken. Eine halbe Zwiebel und eine Knoblauchzehe schälen und fein hacken, mit etwas Butter(schmalz) anschwitzen, dazugeben. Außerdem: etwas fein gehackte Petersilie, geriebener Bergkäse, ein Klecks Frischkäse/Topfen. Hier könnte man natürlich auch Ziegen- oder Schafs(frisch)käse verwenden!

Alles gut vermischen und 10 Minuten ruhen lassen.

Aus der Masse mit der Hand sechs kleine Knödel formen. Die Knödel lässt man nun 10-12 Minuten bei kleiner Flamme ziehen. Es empfiehlt sich allerdings, vorher einen Probeknödel ins Wasser zu geben – sollte sich dieser zu schnell auflösen bzw. zu weich zu werden, dann kann man mit etwas Mehl nachhelfen, das man noch unter die Masse mischt.

Für die braune Butter: Hierfür benötigt man nur eine Zutat: Ein ordentliches Stück Butter (für diese Menge Knödel etwa 70 Gramm) langsam erhitzen und dabei gelegentlich umrühren. Warten, bis sich das Eiweiß oben absetzt und dann langsam zu Boden sinkt. Das Eiweiß karamellisiert und bildet kleine dunkelbraune Körnchen, die für die hellbraune Farbe sorgen – und den köstlichen, nussigen Geschmack. Die Butter durch ein feinmaschiges Sieb mit einem Passiertuch/ Küchenrolle gießen. Kann man auch auf Vorrat zubereiten – die Butter hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen! (Hier gibt’s ein Video, in dem Schuhbeck erklärt, wie man das „bayrische Olivenöl“ zubereitet)

 

Knödel auf Tellern anrichten, mit brauner Butter beträufeln, eventuell mit etwas geriebenem Käse bestreuen, frischer Majoran würde auch gut dazupassen. Als Beilage gibt’s nur eines: knackigen grünen Salat – am besten mit Kernöl-Vinaigrette!

Fisch-Tacos

Auf einem der Top-Plätze im jährlichen Was-ich-im-vergangenen-Sommer-viel-zu-wenig-getan-habe-Ranking rangiert bei mir jedes Jahr Grillen. Heuer: ganze zwei Mal. Es ist furchtbar. Aber beide Grill-Abende waren dafür wirkliche Highlights. Der zweite fand im Garten von B. statt, im Rahmen unserer unregelmäßigen Essensrunde, bei jedes Paar einen Gang kocht. Bei uns war es wieder einmal der Fischgang – und weil mir aus meiner für diesen Blog noch zu verwertenden Reise in den pazifischen Nordwesten der USA noch ein Essen aus einem mexikanischen Lokal in Seattle bestens in Erinnerung war, ist es genau das geworden: Fisch-Tacos.

Das Rezept stammt aus dem Grill-Buch von DJ BBQ.

fish tacoFür 16 Tacos: Zuerst bereitet man die einzelnen Bestandteile vor, das kann man natürlich auch am Vorabend machen.

Mango-Salsa: Fruchtfleisch einer reifen Mango und eine halbe Gurke in grobe Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Eine halbe rote Zwiebel und einen kleinen Bund Koriander fein schneiden und darunter mischen. Mit dem Saft einer Limette und Salz abschmecken.

Guacamole: 4 reife Avocados und zwei reife Tomaten in grobe Stücke schneiden, eine rote Chili in feine Ringe. Avocados in einer Schüssel mit der Gabel zermantschen, Tomaten und Chilis daruntermischen. Mit dem Saft einer Limette, einer halben Zitrone, Salz und Pfeffer abmischen. (Eigentlich gehört auch noch Koriander dazu, aber der ist ja bereits in der Mango-Salsa enthalten).

Mexican Rub: Der Fisch wird vor dem Grillen mit einer Gewürzmischung eingerieben. Dafür 1 TL braunen Zucker, 1 TL Meersalz, 1 TL geriebener Kreuzkümmel, 1 TL Chilipulver, 1 TL Zwiebelgranulat, 1 TL Knoblauchgranulat, 1 TL Cayennepfeffer und 1 TL geräuchertes Paprikapulver vermischen. (Kann man natürlich auch für andere Gerichte verwenden – Hendl z.B.!)

600 g weißfleischigen Fisch (z.B. Heilbutt oder Tilapia) abspülen, trocken tupfen und mit dem Rub einreiben. Bei mittlerer Hitze in einer Grillschale grillen – dauert je nach Dicke des Fleischs länger oder kürzer und lässt sich natürlich auch in der Pfanne machen. Wenn das Fleisch gar ist, mit zwei Gabeln in kleine Teile zerzupfen.

Einen kleinen halben Kopf Kraut (weiß oder rot) fein schneiden.

16 weiche kleine Tortillas auf Teller legen (z.B. je zwei pro Person), mit etwas Guacamole bestreichen, mit Kraut, Mango-Salsa und Fisch belegen, einen Klacks Sauerrahm darauf geben. Nicht zu voll machen – man sollte die Tacos ja noch einigermaßen mit den Händen essen können!

 

Blätterteigpizza mit Paprika und Spiegelei

Nach einer längeren Sommerpause soll es auch hier endlich wieder los gehen. Und zwar mit einem schnellen, aber köstlichen und auch ziemlich hübschen Gericht für Faule. Blätterteigkuchen mit Paprika & Spiegelei aus dem Ottolenghi-„Jerusalem“-Buch.

Dieses Rezept erfordert nicht viel Arbeit, aber damit die Paprika schön langsam im Backrohr rösten können, braucht es etwas (für die Köchin, den Koch inaktive!) Zeit.

blätterteig paprika

Für zwei Personen als kleines Abendessen: Backofen auf 210 Grad vorheizen. 4 rote Paprikaschoten von den Samen befreien, in ca 1 cm breite Streifen schneiden. 2 Zwiebeln halbieren und in Streifen schneiden. Das Gemüse in einer Schüssel mit 6 EL Olivenöl, Thymianblättern, 1 TL gemahlener Koriander, 1,5 TL gemahlener Kreuzkümmel und einer kräftigen Prise Salz gut vermengen. Auf einem Backblech verteilen, 35 Minuten im Backofen rösten, dabei gelegentlich wenden. Der Paprika darf dabei gerne schon leicht schwarz werden.

Inzwischen 1 Rolle Blätterteig auf ein Blech mit Backpapier ausrollen, zwei Quadrate daraus formen, Teig an den Rändern einschlagen. Mehrfach mit einer Gabel einstechen. Den Teig vor allem an den Rändern mit Eidotter oder Milch bepinseln, dann den Boden mit etwas Sauerrahm bestreichen.

Wenn die Paprikamischung fertig ist, herausnehmen und die Temperatur auf 220 Grad erhöhen. Paprika mit frischen Kräutern (gehackte Petersilie und Koriander) vermischen. Auf den Teigstücke verteilen, dabei in der Mitte eine Vertiefung für die Eier lassen.

14 Minuten backen, danach 2 Eier vorsichtig in die Vertiefungen schlagen. Noch einmal ca. 7 Minuten backen, bis die Eier gerade gestockt sind und der Dotter noch weich ist.

Vor dem Servieren mit frisch gemahlenem Pfeffer und gehackter Petersilie bestreuen, mit etwas Olivenöl beträufeln.

Variante: Das Gericht eignet sich auch kalt als Party-Snack – dafür einfach kleinere Stücke machen und die Eier durch Feta ersetzen.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.