Räucherfisch-Pastinaken-Laibchen

Die Mission, Pastinaken auch für den pastinakenhassenden Liebsten in erträglicher Weise zu verarbeiten, geht weiter. Nächstes Kapitel: Wir versuchen es mit Laibchen / Frikadellen aus dem Kochbuch „Ottolenghi Simple“, in denen feiner Räucherfisch auf das Winterwurzelgemüse trifft, gewürzt mit Zitronenschale, Dill und Schnittlauch und Knoblauch.  Und ich sag euch: Es ist wunderbar angekommen! „Was ist denn da noch drin?“ – „Errätst du nie …“

ottolenghi räucherfisch

Für 6-8 Laibchen: 4 Pastinaken (ca. 300 g) schälen und in gleichmäßige Stücke schneiden. In einer Backform mit etwas Olivenöl und Salz vermengen und im Backrohr bei 190 Grad (Umluft) etwa eine halbe Stunde im Ofen rösten, bis sie goldbraun und weich sind. Dabei eventuell einmal wenden. Anschließend im Mixer grob pürieren (geht sonst auch mit einer Gabel oder einem Stampfer). Falls die Masse recht trocken ist, 1-2 EL Wasser darunterrühren. In einer Schüssel beiseitestellen.

280 g geräuchertes Fischfilet (ich habe Heilbutt genommen, Ottolenghi schlägt Kabeljau oder Schellfisch vor) im Mixer grob hacken – es sollte noch stückig sein. Zu den Pastinaken in die Schüssel geben. Dann noch je 10 g Dill und Schnittlauch hacken bzw. in Röllchen schneiden und dazugeben, 1 Knoblauchzehe hineindrücken, ca 1 TL Zitronenschale hineinreiben, 1 Ei, etwas Salz und Pfeffer daruntermischen.

Aus der Masse gleichmäßig große Laibchen formen – so kann man sie übrigens auch vorbereiten und einen Tag lang im Kühlschrank aufbewahren.

Die Laibchen in etwas Butter und Öl in einer Pfanne braten, bis sie goldbraun und knusprig sind, und wenden.

Servieren mit Zitronenspalten und einem Klacks Sauerrahm mit Kren.

Rotkrautsuppe mit karamellisierten Grießknödeln

Da gibt nicht nur die Farbe was her: Ein feines, fruchtiges Rotkraut in Suppenform, mit knusprig karamellisierten Grießknödeln als Einlage – das ist ein wunderbares vegetarisches Winteressen aus Paul Ivićs Buch „Vegetarische Winterküche“.

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Für 4-6 Teller Suppe: Einen Kopf Rotkraut vierteln, vom Strunk und den dickeren Blattrippen befreien, rund 400 Gramm abwiegen und diese in Streifen schneiden (wird später püriert, muss also nicht so genau sein). 4 Schalotten (oder eine Zwiebel) schälen und würfeln. 1 säuerlichen Apfel (Granny Smith zB) schälen, Gehäuse entfernen, würfeln.

Öl in einem mittelgroßen Topf erhitzen, Schalotten, Rotkraut und Apfel darin anbraten. 40 g Rohrzucker dazugeben und karamellisieren lassen, dann mit 20 ml Rotwein und 70 ml Orangensaft ablöschen. Die Flüssigkeit auf 1/3 einreduzieren lassen.

1 l Gemüsesuppe dazugießen und aufkochen lassen. Etwas Zimt (im Originalrezept sind es Zimtblüten), 50 g Preiselbeerkompott und einen Becher Schlagobers dazugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen, rund 20 Minuten köcheln lassen.

Für die Grießknödeln: 1/8 Liter Milch mit 30 g von 70 g Butter, etwas Muskat, etwas Salz und Pfeffer aufkochen lassen, dann 50 g Weizengrieß einrühren. Dickflüssig einkochen lassen und dabei regelmäßig umrühren. Etwas abkühlen lassen.

50 g Semmelbrösel (oder Semmelwürfel oder altes, gewürfeltes Weißbrot) und 2 Eier unter die Griesmasse mischen. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Knödel hineinlegen, nochmals aufkochen lassen, Hitze reduzieren und köcheln lassen, bis die Knödel an die Oberfläche steigen (falls das zu lange dauert, vl mit einem Löffel vorsichtig von unten anschubsen – es könnte sein, dass sie am Boden festpicken). Herausheben und beiseite stellen.

1 EL Zucker in einer Pfanne karamellisieren, restliche Butter dazugeben und die Knödeln darin anbraten. Mit einem Schuss Apfelbalsamessig ablöschen, in gehackter Petersilie wälzen.

Suppe mit Knödeln anrichten, guten Appetit!

Kimchi-Pancakes

Viele Gerichte, die einfacher und schneller zu machen sind als Pancakes, Pfannkuchen, Palatschinken und alle Variationen, gibt es wohl nicht. Die koreanische Variante Kimchi Buchimgae, knusprig gebackene Pancakes, wird mit köstlichem Kimchi – der ostasiatischen Variante des Sauerkraut – noch einmal richtig raffiniert. Einfach und schnell bleibt es – die Voraussetzung ist aber natürlich, dass man Kimchi zuhause hat.

Der Clou bei diesem Gericht, das ich auf der Seite mykoreankitchen.com gefunden habe, ist aber die Sauce aus Sojasauce, Reisessig und Zucker – und spätestens damit ähnelt das Gericht natürlich sehr den Kimchi-Omelettes, die ich hier schon einmal veröffentlicht habe, auch die wurden mit einer Essig-Sojasauce serviert.

Also: Worauf warten wir noch?

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Kimchi Buchimgae

Anm.: Das amerikanische Rezept verwendet als Maße Cups (ca. 235 ml), da das mit dem Abmessen hier nicht allzu genau sein muss, habe ich einfach ein Viertelliterglas genommen und nicht ganz voll gemacht.

Teig für 4-5 Pancakes: In einer mittelgroßen Schüssel 2 1/2 Cups Mehl (Weizen oder Dinkel), 2 1/2 Cups Wasser, ein Ei und eine Prise Salz zu einem Teig verarbeiten. 2 Cups Kimchi plus einen Extra-Esslöffel der Flüssigkeit einrühren (falls es sehr grob ist, vorher noch in Stücke schneiden). Alles gut vermischen und kurz stehen lassen, währenddessen eine große Pfanne mit etwas Pflanzenöl erhitzen.

Sauce: Je vier Esslöffel Reisessig, Sojasauce, Wasser und 2 Esslöffel Rohrrohzucker vermischen. Die Sauce kann man auch zB am Vortag vorbereiten, dann einfach alles in ein Glas geben und in den Kühlschrank stellen, der Zucker löst sich durch die Säure von selbst auf. Wenns schneller gehen soll, am besten kurz erhitzen und aufkochen lassen, dann wieder abkühlen lassen. Die Sauce kann man noch mit Chilis und oder Frühlingszwiebelringen aufpeppen.

Nun die Pancakes einen nach dem anderen mit dem Öl in der Pfanne backen – bei großer Hitze je einen Schöpfer Teig in der Pfanne verteilen und knusprig anbacken lassen, nach ca. 2 Minuten auf mittlere Hitze reduzieren, weiterbacken lassen und wenden, sobald der Teig so gut wie fest ist. Eventuell warm halten.

Wenn man die Pancakes als Fingerfood serviert, in Stücke schneiden, oder sonst auch im Ganzen servieren. Mit der Sauce beträufeln – und genießen!

Krautsuppe mit Ingwer, Zitronengras und Räucherforelle

Winter, Winter, mjamjamjam! Aufgepeppt mit ein paar exotischen Zutaten lässt sich aus ganz banalem regionalen Wintergemüse wie Weißkraut eine ziemlich spektakuläre Suppe kreieren. Diese etwas scharfe Krautsuppe mit Ingwer, Zitronengras und Chili plus Räucherforelle als Einlage ist im Buch „Die Jahreszeiten Kochschule – Winter“ von Richard Rauch und Katharina Seiser zu finden. Die Suppe lässt sich gut vorbereiten und schmeckt übrigens aufgewärmt noch besser.

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Für einen großen Topf (6-8 Portionen): Einen kleinen Kopf Weißkraut vierteln, Strunk entfernen und Blätter in feine Streifen schneiden. 4 Frühlingszwiebel in Streifen schneiden (Grün beiseitelegen, das kommt erst beim Servieren dran). 1 Knoblauchzehe schälen und in Würfel hacken.

In einem großen Topf Schmalz oder Öl erhitzen, das Weiß der Frühlingszwiebel mit dem Knoblauch und etwas Kümmel anschwitzen, Kraut zugeben und leicht zusammenfallen lassen. 200 g Sauerkraut (eventuell waschen) dazugeben. Alles bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten lang schmoren.

50 g frischen Ingwer schälen und klein schneiden, 1 Stange Zitronengras mit dem Messerrücken fest andrücken, 1 kleine Chilischote längs durchschneiden, von Kernen befreien und fein hacken. 1 TL Dijonsenf, 100 g gehackte Paradeiser, 1 EL Paradeismark und 1 TL geräuchertes Paprikapulver mit dem Ingwer, der Chili und dem Zitronengras (letzteres im Ganzen, das wird wieder entfernt) zum Kraut geben. Salzen, mit 1,5 Liter Gemüsesuppe aufgießen. Das Ganze rund eine Viertelstunde lang kochen lassen.

Vor dem Servieren nochmals abschmecken, das Zitronengras entfernen, Suppe mit 60 g Ofentomaten aus dem Glas (halbtrockene gehen auch), 100 g Räucherforellenfilet und dem Frühlingszwiebelgrün anrichten.

Kohlrabi, Fenchel und Shrimps mit Currybutter

Die gute Nachricht für die Gesundheitsapostel: Dieses Gericht ist low carb, und es enthält mit Fenchel und Kohlrabi zwei supergesunde Gemüsesorten. Die Schlechte: Butter. Viel Butter. Sehr viel Butter.

Das Gericht habe ich im Blog foodfreak.de entdeckt, wo der Autor sich wiederum von einem ähnlichen Hummergericht aus Hugh Acheson’s „The Broad Fork“ inspirieren ließ.
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Für zwei Portionen:

Currybutter: Von 120 Gramm Butter etwa 20 Gramm in einem kleinen Topf schmelzen. 1 kleine Schalotte, fein gehackt, darin anschwitzen, je 1 TL gemahlenen Ingwer und Currypulver darüber stäuben und kurz mitbraten. Den Topf vom Herd nehmen, ein wenig abkühlen lassen, ein paar Spritzer Limettensaft unterrühren. Die Butter noch ein paar Minuten abkühlen lassen, dann im Blitzhacker oder Mixer mit der restlichen Butter durchmixen.

Gemüse: 2 EL der Currybutter in einem breiten Topf schmelzen. Sobald sie aufschäumt, 300 g Kohlrabi (geschält und in dünne Scheiben zerteilt) und 300 g Fenchelknolle (gehobelt oder dünn geschnitten) dazugeben. Rund fünf Minuten andünsten, gelegentlich wenden bzw. umrühren. Mit etwas trockenem Weißwein oder Noilly Prat angießen. Deckel drauf, noch ein paar Minuten garen lassen – je nachdem, wie knackig man sein Gemüse mag. Danach eine gehackte Knoblauchzehe plus 350 g Shrimps (aufgetaut und küchenfertig) dazugeben und so lange garen, bis die Shrimps fertig sind. Noch einen Esslöffel der Currybutter unterrühren, 2 Frühlingszwiebeln (in Ringe geschnitten) daruntermischen.

Mit Salz und Limettensaft abschmecken, zum Servieren noch einen Klacks Currybutter auf den Teller geben. Wem die Kohlenhydrate dann auch schon egal sind, isst noch eine Scheibe Baguette dazu.

Und da von der Currybutter noch einiges übrigen bleiben sollte (hoffentlich): Die schmeckt auch am nächsten Tag noch köstlich auf einer Scheibe Brot!

Olivenöl- & Kürbiskern-Eis

Zu den besten Eis-Kreationen gehören auch immer die mit einer kleinen Prise Salzigkeit – siehe Salty Caramel, Brezel & Co. Bei diesem Eis – es stammt aus dem hier schon sehr oft bemühten Buch „Das beste Eis der Welt“ – wird ein wenig Olivenöl unter die Eismasse gemischt, für einen leicht salzigen Crunch sorgen geröstete und gesalzene Kürbiskerne.

Die Grund-Eisbasis besteht wie immer im Buch von Jeni Britton Bauer aus Milch + Schlagobers + Stärke + Glukosesirup und kommt ohne Eiern aus.

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Für einen Liter Eismasse: 450 ml Milch abmessen. Eine kleine Schüssel mit 1 EL + 1 El Speisestärke füllen, 2 EL der Milch dazu und verrühren.  In einer zweiten kleinen Schüssel 40 g Frischkäse mit einer Prise Salz glattrühren.

Restliche Milch mit 230 ml Schlagobers, 100 g Zucker, 2 EL Glukosesirup (kann man leicht mit Traubenzucker und Wasser kochen) in einem großen Topf zum Kochen bringen, ca. 4 Minuten sprudelnd kochen. Vom Herd nehmen, Stärkemischung einrühren. Nocheinmal aufkochen lassen und mit einem Spatel eine Minute lang rühren, bis die Mischung leicht andickt. Dann vom Herd nehmen.

Den Frischkäse langsam in die heiße Milchmischung einrühren, 60 ml Olivenöl dazugeben und sorgfältig unterrühren. Zum Abkühlen entweder zugedeckt ins Freie stellen oder im Eiswasser-Bad herunterkühlen, dann in die Eismaschine geben zum Frieren.

50 g Kürbiskerne (entweder gleich geröstete und gesalzene kaufen oder selbst 5 Minuten mit etwas Olivenöl rösten und mit Meersalz bestreuen) bereitstellen. Eismasse in den Tiefkühl-Behälter füllen, dabei immer wieder Schichten von Kürbiskernen einstreuen. Mindestens vier Stunden lang fest werden lassen.

Gerösteter Kürbis und Romanesco mit weißen Bohnen

Herbstzeit ist Kürbiszeit, und neben dem steirischen Kürbiskoch ist im Ofen gerösteter Kürbis das allerbeste. Außerdem geht es so schnell! In diesem Fall wird das Gemüse mit Romanescokohl und dicken weißen Bohnen kombiniert, und es kommt nicht einmal Öl dazu! Stattdessen ist es eine Mischung aus Essig, geräuchertem Paprikapulver und Kreuzkümmel, der dem Gemüse Pep verleiht.

Das auch noch vegane Rezept stammt aus Rita Seranos Buch „Vegan in 7“, ich habe es leicht adaptiert und eine frische Chili dazu getan und statt der frischen Brunnenkresse Vogerlsalat genommen. Und es dann am Ende doch noch ent-veganisiert: Mit etwas Joghurt mit einem Spritzer Zitronensaft schmeckte es nämlich noch besser …

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Für 2 Portionen: Backrohr auf 180 Grad vorheizen.

1/2 Kürbis (ich hatte Butternuss) schälen und in gleichmäßige Stücke schneiden. 1 kleinen Kopf Romanescokohl zerteilen. Wer mag, schneidet noch eine kleine Chili dazu klein. In einer kleinen Schüssel 3 TL weißen Balsamico mit etwas Salz und Pfeffer, 1 TL geriebenem Kreuzkümmel und 1/2 TL geröstetem Paprikapulver (zB Pimenton de la Vera) verühren. Gemüse mit der Marinade in einer Schüssel vermengen. Alles entweder auf einem Backblech oder in einer weiten Auflaufform verteilen und 25 Minuten im Backrohr rösten.

Nach den 25 Minuten das Gemüse einmal durchrühren, 1 Dose dicke weiße Bohnen abgießen und darunter mischen. Weitere 5-10 Minuten in den Ofen geben.

Mit ein, zwei Handvoll Vogerlsalat / Brunnenkresse / Rucola darüber servieren. Gut passt noch etwas Säure – wie zum Beispiel Joghurt mit etwas Zitronensaft oder nur etwas Zitronensaft.

Kohlrabirisotto mit Lachsforelle und marinierten Radieschen

Normalerweise koche ich ja am liebsten unkompliziert, aber manchmal darf’s ausnahmsweise ein bisschen länger dauern. Vor allem, wenn man so ein verführerisch aussehendes Gericht findet wie dieses Kohlrabirisotto, das die oberösterreichische Köchin Elisabeth Grabmer im „Kochquartett“ des SZ-Magazins auftischt. Es ist ein reis-loses Risotto, die Reiskörner werden durch ganz fein gewürfelten Kohlrabi (Achtung, Arbeit!) ersetzt, für die Cremigkeit sorgt ganz einfach Crème fraiche. Dazu gibt’s in Essig und Zucker gekochte Radieschen, die man gut vorbereiten kann, und ein Stück Lachsforellen-Filet.

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Für vier kleine Portionen zuerst die Radieschen zubereiten: Dafür einen kleinen Bund Radieschen säubern und in eine Schüssel geben. In einem Topf 100 ml Weißweinessig, 100 ml Wasser und 100 g Zucker aufkochen und warten, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Radieschen mit dem heißen Sud übergießen und beiseitestellen.

Dann den Kohlrabi schneiden: Benötigt werden 2 große (oder vier kleine) Knollen Kohlrabi. Diese schälen und fein würfeln. Die Schalen nicht wegwerfen – daraus wird ein Sud gekocht: Schalen mit 1 Lorbeerblatt, je 5 Körnern Pfeffer und Wacholder und 1/2 Liter Wasser ca. 20 Minuten köcheln lassen. Dann abgießen und Fond beiseitestellen.

In einem kleinen Topf 1 EL Senfkörner in 2 EL Apfelsaft aufkochen, überschüssigen Saft abgießen und beiseitestellen.

Jetzt geht’s los mit dem Risotto: Dafür eine Schalotte fein würfeln, in etwas Olivenöl anbraten. Die Kohlrabiwürfel dazugeben und, wie beim Risotto, mit einem Schöpfer des Fonds übergießen. Rund 8 Minuten köcheln lassen, bis der Kohlrabi noch bissfest ist, dabei eventuell nochmals aufgießen, die Flüssigkeit sollte aber am Ende verdampft sein. Senfkörner, 50 g Crème fraiche, 1 TL Dijonsenf, 1 Prise Cayennepfeffer dazugeben, außerdem mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz vor dem Anrichten noch ein paar Blätter Sauerampfer in Streifen schneiden und daruntermischen.

4 küchenfertige Lachsforellenfilets abwaschen, abtupfen, nach Geschmack würzen. In einer beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen, auf der Haut 5 Minuten braten. Etwas Butter dazugeben, auf der anderen Seite braten. Dann alles gemeinsam anrichten.

Zu Gast im Yeoville Dinner Club, Johannesburg

Wo wir hier gelandet sind, wird uns erst langsam bei der Ankunft bewusst. Ein Schild warnt vor einer „High Crime Area“, der Fahrer unseres Gruppenvans wird langsam nervös, will unbedingt nur direkt vor dem Lokal halten, uns auf keinen Fall ein paar Meter weit gehen lassen. Wir fahren noch eine Extra-Runde, bis uns unser Gastgeber abholen kommt und uns beruhigt. „Alles cool“, lächelt Sanza Sandile, und winkt uns herein. Sanza ist der Gastgeber im Yeoville Dinner Club, ein freundlicher, afrikanisch-bunt gewandeter Typ Mitte 40.

181110180Sein Dinner Club ist kein Restaurant, es sieht eher wie eine bunt zusammengewürfelte WG-Küche mit Riesen-Tisch aus. Hier nehmen jeden Abend knapp 20 Gäste Platz und lassen sich von Sanza bekochen – pan-afrikanisch, großteils vegetarisch, extrem spannend. Spannend ist freilich auch die Umgebung, auch wenn wir sie lieber vom Balkon im ersten Stock aus betrachten – als wäre es eine kleine Theateraufführung, wird gerade ein Dealer von ein paar Polizisten verfolgt. „Das sehen wir fast jeden Abend“, kann Sanza nur den Kopf schütteln.

Der Johannesburger Stadtteil Yeoville (ganz genau genommen befinden wir uns eigentlich im Stadtteil Bellevue) zählt mittlerweile zwar nicht mehr zu den allergefährlichsten von Johannesburg, jener Stadt, die lange die höchste Mordrate der Welt aufwies. Alleine sollte man hier dennoch nicht unbedingt durchspazieren, schon gar nicht als Frau. Sanza liebt sein Viertel – und genau deshalb hat er auch seinen Dinner Club mitten in die Rockey Street gepflanzt. Die Geschichte des Stadtteils ist eine abwechslungsreiche: Gegründet 1890, also schon vier Jahre nach der Gründung Johannesburgs, als man hier Gold fand, sollte es ein Viertel für die Reichen (hieß wohl Weißen) werden, die für die bessere Luft im auf einem Hügel gelegenen Teil hierher ziehen sollten. Das funktionierte aber nicht, Yeoville/Bellevue wurde zum Multikulti-Stadtteil, in dem sich Einwanderer aus allen Teilen Afrikas und darüber hinaus niederließen, darunter auch viele Juden.

Seit den 1940ern bis in die 1980er entwickelte es sich zum liberal weiß geprägten Künstlerviertel, mit Jazzclubs, Galerien, Kunsthandwerk-Ateliers, Plattenläden und so weiter. Ein hipper Melting Pot, in dem schwarze und weiße Südafrikaner gemeinsam Spaß hatten. Fünf Jahre nach dem Ende der Apartheid 1990 begann sich die demographische Verteilung dramatisch zu ändern – 1990 waren noch 85 Prozent der Bewohner weiß, acht Jahre später waren bereits 90 Prozent der Einwohner schwarz, und wesentlich ärmer. Die Shops und die Infrastruktur verschwanden, die Kriminalitätsrate stieg rasant. Erst in den letzten Jahren ging es langsam wieder bergauf – auch dank Bewohnern wie Sanza.

Sanza ist, man ahnt es anhand des ungewöhnlichen Konzepts und Standorts fast schon, kein gelernter Koch. Er absolvierte die Filmhochschule, produzierte Kurzfilme und Musikvideos, bis er die Liebe zum Kochen fand – als Autodidakt, der vielen Leuten, vor allem in seinem Viertel, über die Schulter schaute und wie ein Schwamm alles aufsaugte. Vor dem Dinner Club servierte er in einer umfunktionierten Garage Street Food und Falafel – ein Tribut an das jüdische Erbe Yeovilles. Damals schaute übrigens sogar Anthony Bourdin vorbei.

Sanzas Küche ist vor allem vegetarisch, nur Fisch, diesmal Tilapia und Red Snapper, bietet er an: „Der kommt jeden Tag frisch aus Mozambique“, erzählt er. Die Gerichte schmecken eines besser als das andere – zum Beispiel eine vegetarische Variante des nigerianischen Nationalgerichts Egusi aus Kürbis- und Melonensamen, interpretiert mit indischen Gewürzen. „Die nigerianische Variante ist voller Fleisch, das wollte ich nicht. Manche ‚Food Fascists‘ mögen es nicht, wenn ich ihr Nationalgericht nehme und verändere“, grinst er. Ein fantastischer Rotkraut-Salat wird mit getoasteten Sesamsamen, Limetten- und Zitronensaft, Olivenöl und Rosinen serviert, es gibt Mango-Auberginen-Pickels, Brot aus fermentiertem Bierteig und ein Cassava-Gericht, das er als „Memories from Angola, Kongo and Mozambique“ umschreibt – für das verwendet er auch die Blätter der Cassava – „die essen sonst nur die Ziegen“, wie er sagt. Als Dessert tischt er noch etwas Europäisches auf: Gekochte Gewürzbirnen mit Joghurtsauce, gewürzt mit Anis, Zimt und Szechuan Pfeffer.

Das Essen ist großartig, aber viel zu viel, dass es unsere europäisch-amerikanisch-afrikanisch bunt durcheinander gewürfelte Tischrunde aufessen kann. Was macht Sanza denn jeden Abend mit so vielen Resten? Ganz einfach, er hat eine schlaue Doppelbuchung: „Wenn ihr weg seid, kommen noch einmal Gäste. Die Dealer aus der Straße. Ich lade sie ein, und dafür werden ich und meine Gäste von ihnen beschützt.“

Steirischer Kürbiskoch

Kürbisgemüse a la Steiermark: Unter einem „Koch“ versteht man hier nämlich nicht nur einen Speisenzubereiter, sondern auch eine Art Brei – und tatsächlich wird für den Kürbiskoch der „Plutzer“, wie man ihn auch in der Steiermark nennt vor dem Kochen noch gerieben, wodurch er eine matschige, gatschige Konsistenz erhält. Was das Gericht geschmacklich außerdem ausmacht, ist die Kombination mit Sauerrahm, der dem Kürbis etwas von der Süße nimmt.

Servieren kann man das Kürbisgemüse als vegetarisches Gericht mit Erdäpfeln (vegane Variante mit veganem Sauerrahm) oder als Beilage zu Geselchtem, Krainer-Wurst …

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Für zwei Portionen: 500 Gramm Kürbis (ganz typisch würde man den Ölkürbis verwenden, aus dessen Kernen das Kernöl gepresst wird, aber es funktioniert mit jeder Kürbissorte) schälen, Kerngehäuse mit einem Löffel entfernen. Das Kürbisfleisch in größere Stücke schneiden, mit einer Reibe grob raspeln. In eine Schüssel geben, mit Salz bestreuen, mit den Händen einmal durchkneten und eine Viertelstunde bis halbe Stunde rasten lassen, damit der Kürbis entwässert wird. Danach gut auspressen – am besten funktioniert das mit einem Tuch, aber einfach mit den Händen geht’s auch.

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Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen, 1 kleine Zwiebel fein hacken und darin glasig andünsten. Eine Knoblauchzehe (fein gehackt) dazu geben. Dann den Kürbis in die Pfanne dazu geben, kurz mitdünsten, mit 200 ml Rindersuppe (vegetarisch: Gemüsesuppe) aufgießen, 5-10 Minuten garen lassen. Gemüse mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß, Kümmel und Muskatnuss würzen.

3 EL Sauerrahm mit 1 EL Mehl glattrühren, mit etwas Zitronen-Abrieb unter das Gemüse mischen.

Beim Anrichten mit etwas Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen garnieren.

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