Selbstgemacht: Hummus

Woher kam das plötzlich? Fast wie aus dem Nichts finden sich in den Supermarktregalen fast so viele Sorten Hummus wie … sagen wir Butter. Spar bietet ihn klassisch oder mit Olivenöl und Pinienkernen von Neni am Wiener Naschmarkt,  bei Billa gibt es ihn in den Sorten Tomaten-Zwiebel-Confit, Pinienkernen und wilden Kräutern, Chili oder Koriander von delidip. Und seit neuestem auch in der sehr ordentlichen Billa-Eigenmarke.

Nicht die schlechteste Entwicklung, seit es Supermärkte gibt: Hummus schmeckt gut, ist kalorienarm, macht satt, ist dank seines Hauptbestandteils, der Kichererbse, reich an Eisen, Magnesium und Zink – und dazu noch vegan.

Auch wenn das Hummusangebot in den Läden sehr beachtlich ist, am besten schmeckt er selbstgemacht. Da ist allerdings nix mit spontan: Die Kichererbsen müssen über Nacht eingeweicht werden, gerne auch noch länger.

Hummus

Hummus

Hier das Rezept (4 Personen als Vorspeise):

200 Gramm getrocknete Kichererbsen über Nacht mit viel Wasser  (3fache Menge) einweichen, das Wasser dabei ein paar Mal wechseln. Dann noch 1, 2 Stunden köcheln lassen, bis sich die Erbsen mit der Gabel zermantschen lassen. Beim Abgießen ein wenig vom Kochwasser übrig lassen.

6 EL Tahini (Sesampaste, gibt es im Glas in jedem größeren Supermarkt in der Exoten-Abteilung oder beim Türken um die Ecke) mit dem Saft einer halben Zitrone und – Puristen bitte wegschauen! – einer zerdrückten Knoblauchzehe vermischen. Das ganze mit den weich gekochten Kichererbsen in den Food Processor geben und zu einem Brei mixen lassen.

Würzen mit einer großzügigen Prise Salz, je nach Geschmack weiters mit Kreuzkümmel, noch einer Knoblauchzehe und dem Saft der halben Zitrone. Das vor dem Abfluss gerettete Kochwasser verwenden, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen.

Serviert wird Hummus klassischerweise auf einem Teller mit einer kleinen Kuhle in der Mitte, in die man etwas Olivenöl gießt, und Rosenpaprika (milder roter Paprika tut’s wohl auch).

 

Eine interessante Variante (noch nicht ausprobiert!) habe ich bei Nigella Lawson gefunden: Erdnussbutter-Hummus.

Advertisements

Gebacken: Marillenblechkuchen

Proudly introducing: mein Schon-immer-Lieblingskuchen! Schon als Kind musste meine Mama ihn wegsperren, damit ich nicht das ganze Blech verputze. Das Rezept stammt von meiner lieben Oma und ist ganz einfach zu backen. Das hier war unglaublicherweise mein erster Versuch, ihn selbst zu machen!

Marillen-Blechkuchen

Marillen-Blechkuchen

So geht das:

240 g Zucker (ich hab groben Rohrzucker genommen) mit drei Dottern und einem ganzen Ei (bitte fragt mich nicht, warum) gut verrühren.

In einer zweiten Schüssel 200 g Mehl (universal) mit einer halben Packung Backpulver vermengen.

Und eine dritte mit dem Schnee aus drei Eiklar und 125 Fett (zB eine halbe Packung Butter, zimmerwarm oder wärmer) füllen.

Alle drei Teile zu einem Teig vermischen, ein bisschen patzig sollte er sein.

Jetzt das Backrohr vorheizen, 200°C Umluft. Und derweil kann man sich um die Marillen kümmern, ca. 1,7 kg sollten sich auf ein Blech ausgehen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, das eventuell noch leicht einfetten, und den Teig gleichmäßig darauf verteilen. Nun noch die Marillen ganz eng darauf verteilen. Ich habe noch ein paar Pistazien darauf verteilt, weil die noch da waren. 🙂

Backzeit: ca. 40 Minuten

Marillen-Blechkuchen

Marillen-Blechkuchen

Aufgeblättert: Taste the Waste

Die Hälfte aller Lebensmittel werden weltweit weggeworfen: Jeder zweite Salat, jede zweite Kartoffel, jedes fünfte Brot. Der Großteil endet im Müll, bevor er überhaupt den Konsumenten  erreicht. Allein in Österreich werden pro Jahr und Person verwertbare Produkte im Wert von 150 Euro weggeworfen. Die in Europa und Nordamerika weggeworfenen Lebensmittel würden ausreichen, um alle Hungernden auf der Welt satt zu machen. Dreimal.
Taste the Waste - BuchcoverAlles Fakten, die Valentin Thurn in der Doku „Taste The Waste“ 2011 servierte – kein sehr schmackhaftes Menü natürlich.  Schmackhafter wird es im zugehörigen und gleichnamigen Kochbuch: „Taste The Waste – Rezepte und Ideen für Essensretter“ liefert haufenweise interessante Ansätze, wie man aus Küchenabfällen noch etwas zaubern kann. Oder aus Fallobst, Unkraut und Überbleibseln.

Ein Kapitel ist etwa den Culinary Misfits gewidmet, zwei junge Berlinerinnen, die sich mit viel Liebe und Kreativität dem krumm gewachsenen Gemüse widmen. Ein anderes Mundraub.org, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Fallobst zu verwerten – im Rezeptteil gibt es hier z. B. Rezepte für Schwarze Nüsse (eingelegte grüne Walnüsse) oder „Statt Oliven“ Olivenersatz aus eingelegten Schlehen. Nicht fehlen darf auch der südsteirische Haubenkoch Tom Riederer, der es sich zur Philosophie gemacht hat, auch aus Resten wie Himbeerkernen oder Erdäpfelschalen noch etwas Verwertbares zu machen – Knusperdeko oder Chips zum Beispiel.

Zwei Rezepte aus dem Buch habe ich schon ausprobiert. Sie stamme beide von Dinner Exchange Berlin, die nach Marktschluss Überbleibsel von Berliner Märkten aufsammeln und daraus ein Menü kochen. Im Buch sind sie für 30 Dinnergäste dimensioniert, hier für ca. vier Portionen umgerechnet.

Gazpacho nach Marktschluss

5 Tomaten, eine Feldgurke und eine rote Paprika waschen und in kleine Stücke schneiden. Dazu kommen eine Zwiebel und zwei Knoblauchzehen, alles kleingeschnitten. Noch je ein Schuss Olivenöl und Balsamico dazu (hab ich übrigens vergessen und hat auch nichts gemacht), und ab in den Blender bzw. mit dem Pürierstab zerkleinern. Dann kommt noch ein Viertelliter Gemüsesuppe dazu. Abschmecken mit viel Pfeffer und noch mehr Salz, empfehlen kann ich dazu noch ein paar großzügige Spritzer Tabasco. Dazu gab’s Spießchen mit Schweine-Bauchfleisch und Weißbrot.

Gazpacho mit Spießen

Gazpacho mit Spießen

Apple Crumble mit rosa Kick

Drei bis vier große Äpfel ungeschält, aber ohne Kerngehäuse in dicke Spalten schneiden und dachziegelartig in einer großen, gebutterten Backform anordnen. Für die Crumble-Schicht 50g Butter, 40g brauner Zucker und 30g Mehl mit den Händen schnell zu einer bröseligen Mischung verarbeiten. Die Brösel gleichmäßig über die Äpfel verteilen, bei 180° für ca. 35 Minuten in das Backrohr schieben. Wenn der Crumble fertig ist, kommt der rosa Kick: ein paar rosa Pfefferbeeren zerstoßen und auf den Crumble streuen.

Apfelcrumble mit rosa Kick

Apfelcrumble mit rosa Kick

Edit: ein weiteres Rezept aus diesem Kochbuch – Pastinakenkuchen.
Pastinakenkuchen

Bloggen auf WordPress.com.