Besucht: Aiola im Schloss, Graz

Das war eine schöne Überraschung, als Judith und Gerald Schwarz plötzlich im April 2013 ihr immer gut besuchtes und bestens bewertetes Aiola in der Grazer Altstadt verkauften und dort eine Pasta-und-Pizza-Kette einzog. Mittlerweile haben die beiden aber für mehr als nur Ersatz gesorgt: Sie haben vor einigen Wochen das Schloss St. Veit in Graz-Andritz als neues „Aiola im Schloss“ aufgesperrt – nicht mehr als Haubenlokal (obwohl, so viel sei verraten, da mit ein paar Korrekturen durchaus eine Haube drin sein könnte), sondern als gemütliches Wirtshaus mit Bar – und als beliebte Hochzeitslocation. Das kulinarische Angebot ist vielleicht ein bisschen mit dem Steirer vergleichbar: Regionale, saisonale Küche, relativ simples gutbürgerliches Essen mit hohem Qualitätsanspruch (und auch nicht ganz billig).

Was sofort ins Auge springt, ist die liebevolle Gestaltung des Außenbereichs – überall stehen Blumen und Deko herum, der Blick reicht vom leicht erhöhten Schloss über den Andritzer Golfplatz Richtung Grazer Norden. Das Service ist nett, flott und reichlich vorhanden, die Bar ist gut bestückt, Weinkarte haben wir nie eine zu sehen bekommen, die Empfehlungen waren aber großartig!

Super war zum Beispiel schon einmal der Schafskäse im Melanzanimantel mit allerhand Spargel, Kürbiskernpesto und Krauthäuptelsalat – das beste daran: Der köstliche Käse stammt zufälligerweise von meiner Freundin Kati und ihrem Freund Peter Draxler, der einen Schafbauernhof in Gamlitz samt Käserei betreibt. Das freut fast so sehr, wie es schmeckt.

Schafkäse im Melanzanimantel

Sehr liebevoll angerichtet, aber ganz schön üppig kommt die Maishenderlbrust auf cremigem weißem Kukuruz mit Salbei und Lardo aus Pöllau daher – bei der Creme im Mais wurde nicht gespart, das Henderl und die Sauce dazu sind kräftig gewürzt, für die Nachspeise wird es langsam eng …

Maishenderlbrust, Aiola im Schloss, Graz

Fast schon zu kräftig ist das Butterschnitzerl, das mit einer (zu?) dunklen Sauce, Erdäpfelnusspürree und einem feinen Gurken-Rahmsalat serviert wird.

Kalbsbutterschnitzerl, Aiola im Schloss, Graz

Die Nachspeisenportionen sind eine Herausforderung, vor allem bei den köstlichen, riesigen Marillen-Topfenknödeln mit Marillenröster und Vanilleeis. Übriglassen? Geht trotzdem nicht.

Marillenknödel, Aiola im Schloss, Graz

Sehr mohnig, und so soll es wohl ja auch sein, kommt die Tarte vom weißen (!) Graumohn mit Kirschen und Joghurteis auf den Dessertteller. Optisch auf jeden Fall der Gewinner!

Mohntarte, Aiola im Schloss, Graz

Und jetzt würde ich bitte gern wissen, wo diese hübschen Teller herkommen!

Das Aiola im Schloss ist übrigens – wichtige Info für alle Nicht-Autofahrer! – auch öffentlich ganz gut erreichbar: Mit der Straßenbahn Nr. 4 bis zur Endstation Andritz, dann vier Stationen mit dem Bus Nr. 53 (E) und schon steht man fast vor dem Restaurant.

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Ein Kommentar zu “Besucht: Aiola im Schloss, Graz

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