Durchgekostet: Istanbul

So, der Herbst hat begonnen, die Grazer Erde hat uns wieder und die Eingewöhnungszeit ans richtige Leben ist auch langsam vorbei. Zeit, endlich nach der bislang längsten Blog-Pause von mehr als sechs Wochen auch wieder etwas hier reinzuschreiben. Und was eignet sich da besser als ein Reisebericht – schließlich kann man dabei auch noch ein bisschen in Urlaubserinnerungen schwelgen. 🙂

Heuer im August war es also Istanbul. Wir besuchten einen Freund, der den Sommer über mit einem Künstlerstipendium in der Stadt verbracht hat, für mich war es das zweite Mal Istanbul, für M. das erste Mal. Und (auch dank der neuen Flug-Direktverbindung Graz-Istanbul) ganz, ganz bestimmt nicht das letzte Mal. So ein wunderbarer Schmelziegel aus Ost und West und Tradition und Moderne, riesengroß und unglaublich spannend, und nur zwei Flugstunden entfernt.

Istanbul, gesehen vom SALT

Istanbul, gesehen vom SALT

Aber nicht nur kulturell und historisch hat die Stadt viel zu bieten, ihr ahnt es schon. Das Essen ist unglaublich gut.

Hier ein paar der Lokale, in denen wir gegessen haben und die wir sehr gern weiterempfehlen:

  • Marmelat ist ein kleines Café ganz in der Nähe des Galata-Turms – und lag genau gegenüber des Apartments, in dem wir gewohnt haben. Wir haben fast täglich dort gefrühstückt: Es war alles ausgezeichnet. Und: Es gibt wunderbaren Meinl-Kaffee!
  • Canım Ciğerim ist ein winziges Fast-Food-Lokal, das sich auf ein Gericht spezialisiert hat: Shish Kebap, also Spieße. Die gibt’s in den Sorten Leber („Canım Ciğerim“ heißt wohl so etwas wie „meine Leber, meine Liebe“), Rind und Huhn. Dazu werden dann weiche Fladenbrote, gehackte Paradeiser mit Kräutern, Spinat, rohe Zwiebeln, Petersilie, Minze und Gemüse serviert, daraus bastelt man sich eine Art Wrap. Schmeckte sehr, sehr gut! Adresse: Minare Sokak No.3, Beyoğlu – es gibt aber auch weitere Filialen.
  • Refik ist ein legendäres türkisches Bohème-Lokal, ganz in der Nähe der Istiklal, das seit den 50er Jahren unverändert scheint. Die Wände sind voll mit Zeitungsausschnitten und Fotos des Besitzers mit Prominenten. Das Essen ist traditionell türkisch, besonders gut war die große Auswahl an Mezze – die Kellner bringen die Teller zum Aussuchen auf riesigen Tabletts an den Tisch.
  • Mikla gehört zu den hundert besten Restaurants dieses Planeten – übrigens für uns das erste Mal, das wir eines der Liste besuchen durften. Total überwältigend ist schon einmal die Aussicht: Man nimmt auf der Dachterrasse des Marmara Pera Hotels im 18. Stockwerk Platz und hat eine atemberaubende Aussicht über Galata, die historische Halbinsel mit ihren Moscheen und das Marmarameer. Die Küche definiert sich als neue anatolische Küche, also traditionelle Küche neu interpretiert. Wir hatten das Degustationsmenü, mit einer (großzügig eingeschenkten!) Weinbegleitung aus rein anatolischen Weinen. Und: Es war der Hammer. In der Fotoserie mehr dazu!
  • Heisenberg. Die hippste Gegend von Istanbul ist derzeit Karaköy, wo sich die Stadt ein bisschen in Brooklyn/Williamsburg verwandelt: Alte Garagen und Werkstätten werden zu Lokalen und originellen Geschäften, Hipster durchstreifen die Straßen, es ist alles sehr, sehr nett – und wird wohl auch bald der Gentrifizierung zum Opfer fallen. Eines der Lokale, das wir zielstrebig anvisiert haben, ist das Heisenberg. Der Name erinnert euch nicht nur an Physikstunden? Richtig, es ist ein Breaking-Bad-Themenlokal (!). Ein Schutzanzug mit Gasmaske hängt an der Wand, auf der anderen Seite ein Pollos-Hermanos-Kübel, als Tischdeko gibts Pipetten – und auf der Karte hauptsächlich (ganz ordentliche) Burger. Man hätte es vielleicht sogar ein bisschen origineller/originalgetreuer machen könnten (Los Pollos Hermanos! Und Cornflakes!), aber dennoch ganz nett.
  • Dandin, eine Ecke weiter vom Heisenberg gelegen, ist eine zuckersüße Konditorei ganz im türkis-weißen Fünfziger Jahre Stil gehalten. Köstlich war das Tahini-Eis, und das Ungetüm aus Pudding-Erdbeer-Kuchen hat auch toll ausgeschaut. Hier könnte man Stammgast werden, würde man in dieser wunderbaren Stadt leben.
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