Durchgekostet: Prag

Ja na klar. Einen gemeinsamen Nenner gibt es immer, wenn M. und ich verreisen: Die Wahl der richtigen Lokale ist mindestens genauso wichtig wie das Sightseeing-Programm. Schließlich muss man sich ja auch durch ein Reiseziel durchschmecken, das war kürzlich mit Prag freilich auch nicht anders. Wer da kein Bier trinkt, ist selber schuld – aber wer sich nicht wenigstens ein bisschen durch die böhmische Küche kostet, auch. Neben den vielen Bierlokalen, in denen man durchwegs gutes, deftiges Essen (in den Touristenbezirken halt um einiges teurer) bekommt, hat es uns aber überrascht, wie hoch der Standard in einigen Lokalen war – und das zu einem wirklich tollen Preis-Leistungs-Verhältnis, ist doch Tschechien nach wie vor um einiges günstiger als Österreich oder Deutschland.

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Selten so leer: Altstädter Ring in Prag

Hier ein paar Lokal-Tipps für die „Goldene Stadt“, vielleicht helfen sie ja dem einen oder der anderen weiter … Fotos vom Essen dort findet ihr weiter unten.

  • Nota Bene: Tolles Bierlokal in der Neustadt, ein Stück südlich vom Hauptbahnhof. Es gibt großartiges (Craft) Bier in wechselnden Sorten und dazu eine kleine, aber äußerst feine Speisekarte mit Essen aus regionalen Zutaten. Würde sich bei uns auf jeden Fall eine Haube verdienen!
  • U Sedleru: Ein typisches Bierlokal am Karlsplatz, das aussieht wie Hunderte andere – die Qualität des Essens hat uns aber sehr überzeugt. Knoblauchsuppe, Gulasch und Schnitzel waren perfekt gekocht, der Erdäpfelsalat ganz toll abgeschmeckt.
  • U Marianskeho Obrazu: Hier sind wir zufällig im Arbeiterbezirk Žižkov nach der Besichtigung des Fernsehturms hungrig gelandet. Schweinsbraten, Gulasch und Bier zu unschlagbaren Preisen. Und sehr in Ordnung.
  • Bukowski’s: Da gab es dann quasi den Verdauungsschnaps nach dem Marianskeho Obrazu – schön schummrige Cocktailbar in Žižkov mit wunderbar ranzigem Flair und fantastischen Cocktails. Auf der Karte stehen Klassiker, aber auch manche ungewöhnliche Kreation.
  • Dinitz: Im jüdischen Viertel der Altstadt waren wir einmal koscher essen – das schmeckt ja natürlich auch Nicht-Juden gut (bzw. bezieht sich „koscher“ ja nur auf die Zubereitungsregeln, nicht die Art des Essens). Ein kleines, sehr einfaches und sehr authentisch wirkendes Lokal mit bewundernswert flotter Bedienung und dem besten Hummus, das ich seit Langem hatte. Dazu Spieße und Mezze, Mezze, Mezze.
  • Maitrea: Vegetarisches Lokal gleich um die Ecke des Altstädter Rings mit sehr schöner Einrichtung (ein bisserl Eso darf ruhig sein) und toller Speisekarte. Ein paar Gerichte waren definitiv sehr gesund (manche Leute soll so etwas ja stören), alles hat aber toll geschmeckt.
  • Q15: Das Lokal des Questenberk Hotels – das Hotel sieht von der Hradschin-Seite aus wie eine Kirche, von der Laurenziberg-Seite sticht vor allem die Terrasse ins Auge, von der aus man einen Weinberg und dann die Schokoladenseite von Prag überblickt. Letzteres hat uns angelockt, das Essen war dann aber auch wirklich grandios.
  • The Field: Ein Sternerestaurant, das sich zwar mit einigem Understatement übt – „Free Range Dining“ ist der Schlachtruf, das scheinbar rustikale Thema wird mit bäuerlicher Gerätschaft bis hin zu Siloballen vor den Toiletten durchgezogen – dann aber Spitzengastronomie bietet. Eine spannende Besonderheit, die bei uns noch nicht so verbreitet ist: Zum Tasting Menu kann man statt der Weinbegleitung auch eine nichtalkoholische Begleitung mit Säften (!) bestellen. Siehe Fotos!
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Ein Kommentar zu “Durchgekostet: Prag

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