Himbeer-Lambic-Sorbet

Was in aller Welt ist Lambic-Bier? Das habe ich mich jedes Mal gefragt, als ich mein Lieblings-Eisrezept-Buch – das von Jeni Britton Bauer – durchblätterte. Da gibt es nämlich mitten im Sommer (das Buch ist in Jahreszeiten unterteilt) eine ganze Doppelseite mit Sorbet-Rezepten mit Lambic-Bier.

Lindemann_framboise_front-600x900Das ist trotz des gerade omnipräsenten Craftbeer-Trends hierzulande tatsächlich nicht so leicht zu bekommen. Achso, an dieser Stelle sollte ich vielleicht endlich erzählen, was es denn nun eigentlich ist: Nun ja, die beiden „Drinking Thinkers“ vom Telegraph bezeichnen es ihrer Getränke-Kolumne als das älteste, seltsamste und unwissenschaftlichste Bier der Welt. Gebraut wird es in einer Handvoll Brauereien in und um Brüssel, das Wort Lambic ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung (wie Champagner). Das Bier entsteht durch Spontangärung und ist ziemlich bitter – oben erwähnte Drink-Kolumnisten beschrieben den Geschmack in etwa wie jenen von „in Sherry getränkten alten Socken“. Obwohl den Zutaten nach definitiv ein Bier, ist es geschmacklich eher am Cider.

Dass das Lambic-Bier nun doch relativ verbreitet ist (mittlerweile sogar bei Billa Corsa erhältlich!), liegt nicht nur am guten Bier-Image von Belgien, sondern auch daran, dass die Biere meist mit Fruchtsirup versetzt sind, der der Bitterheit eine fruchtige Süße entgegensetzt. Ganz klassisch ist etwa Kirsche, beliebt sind auch Pfirsich, Apfel, Zwetschge und Johannisbeere. Oder Himbeere, das habe ich mir – so spontan wie die Fermentation bei der Herstellung – aus dem Regal geholt. Lag vielleicht auch daran, dass ich mit einem Himbeer-Sorbet mit Alkohol bereits eine ganz gute Erfahrung gemacht habe!

Jetzt ist wohl nur noch eine Frage offen: Warum Sorbet mit Bier? Einerseits wegen des Süße-Säure-Bitterheits-Spiels, das einen interessanten, nuancenreichen Geschmack ergibt. Sorbets brauchen eigentlich sehr viel Zucker – nicht wegen des Geschmacks, sondern damit sie die richtige Konsistenz bekommen und weich bleiben. Durch den Zucker im Alkohol muss man weniger Zucker dazugeben!

himbeer lambic sorbet

Für 1 l Sorbet: 500 g (TK-)Himbeeren in einem Topf pürieren. Mit 170 g Kristallzucker und 80 ml Glukosesirup zum Köcheln bringen und rühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Sofort vom Herd nehmen und abkühlen lassen – wenn die Masse Zimmertemperatur hat, noch für mindestens 90 Minuten in den Kühlschrank stellen. Wer die Kerne draußen haben will, streicht die Masse anschließend durch ein feines Sieb. 170 ml Lambic-Bier (ebenfalls kühlschrankkalt) dazugeben.

Nun in die Eismaschine geben und frieren lassen – das Sorbet sollte die Konsistenz von sehr weich geschlagenem Schlagobers haben.

In eine Aufbewahrungsbox geben, mit einem Stück Pergamentpapier einigermaßen luftdicht abschließen und vor dem ersten Genuss mindestens 4 Stunden gefrieren lassen.

(Das dunkelbraune Eis auf dem Foto ist Zartbitter-Schoko – damit war ich aber nicht ganz zufrieden, das wird vorerst noch nicht gebloggt!!)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: