Juan Amador im Schlossbergrestaurant Graz

Ein Reiseveranstalter hat den mittlerweile in Wien ansässigen Starkoch für einen Abend nach Graz gelotst – und Juan Amador hat nicht nur seine sieben Sachen gepackt, sondern seine gesamte Crew für einen Tag auf den Grazer Schloßberg verfrachtet, um dort ein siebengängiges Menü zu kochen. Und wir haben durch einen glücklichen Zufall Karten ergattert …

Voilà, Kraut & Rüben und noch viel mehr by Juan Amador in Graz! Die Fotos werden dem kulinarischen Kunstwerk natürlich nicht gerecht :/

Hier noch ein Live-Video, das Amador auf Facebook gestreamt hat: Ein Making-of des ersten Ganges!

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Eine kleine kulinarische Weltreise – in Graz!

Fernweh? Dann muss es nicht gleich ins Reisebüro gehen. In Graz gibt es mehr exotisches Essen, als man auf den ersten Blick glaubt. Hier ein paar Tipps für kulinarische Ausflüge mit Messer und Gabel (und manchmal auch ohne!)

Wohin darf’s gehen?

 … nach Argentinien: Fleisch, Fleisch, Fleisch ist Programm im El Gaucho. Und das kommt neben Österreich aus aus dem Steak-Land Nummer eins, Argentinien. Dazu Chimichurri und fertig ist das argentinische Abendmahl. Chimichurri Chicken gibt’s sonst auch in der Scherbe.

… nach Äthiopien: Im Café Abol im ehemaligen Schönaustüberl in der Schönaugasse 16 wird seit 2016 äthiopisches Essen aufgetischt, und zwar sehr gutes: Serviert wird Injera, weiches, gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl, mit verschiedenen Fleisch- und Gemüsesaucen. Gegessen wird mit den Händen. Und: Es gibt ausgezeichneten äthiopischen Kaffee, auch in Form einer traditionellen Teezeremonie. Aufgetischt wird der übrigens mit Popcorn.

… nach Belgien: Ok, Moules Frites bekommt man in Graz eher weniger, aber belgische Schoko schon – in der Chocolaterie De Naeyer am Kaiser-Josef-Platz. Belgische Biere kann man in der Bierboutique im Lendviertel erstehen. Und ziemlich originale belgische Pommes frites gibt es bei „Kross“ am Jakominiplatz.

… nach China: (Mehr oder weniger) chinesische Lokale mit (mehr oder weniger) chinesischem Essen gibt es in Graz viele, viele – die meisten servieren in etwa dasselbe. Ein Lokal, das sich hier angenehm abhebt, indem es immerhin einmal zwischen den vier chinesischen Regionalküchen – „Der Osten knusprig, der Westen scharf, der Norden salzig und der Süden süß“ – unterscheidet, ist das Liu Asia in der Sporgasse.

… nach Dänemark: Smørrebrød gibt es täglich ab 12 Uhr im Brotsalon im Lend Hotel.

… nach Frankreich: Nach einer kurzen Durststrecke haben gleich wieder einige neue französische Lokale aufgesperrt – allen voran das hervorragende bistro in der Schmiedgasse. Das Pastis in der Leonhardstraße bleibt unter neuer Führung weiter empfehlenswert. Und wer gerne Crepes isst, muss unbedingt ins Le Schnurrbart in der Paulustorgasse. Oder ins Griesou am Griesplatz! Die angeblich originale Zwiebelsuppe von Paul Bocuse könnte sich auch gut eignen, um Frankreich-Fernweh vorübergehend zu stillen – gibt’s im Streets, Waagner-Biro-Straße. Oder wie wär’s mit Steak Frites à la Relais De Venise Paris inkl. Bordeaux – das wird im Speisesaal serviert.

… nach Georgien: Chatschapuri Megruli ist etwa frisch gebackener Germteig mit Käsefüllung, der mit einer Mischung von Käse und Ei bestreut wird, Tschaschuschuli ein Eintopf mit Rindfleisch, georgischen Weißwein und Gewürzen, Lobio Kotanshi ist Bohneneintopf. Klingt alles komisch, schmeckt aber toll, wie mir viele schon versichert haben. Das gibt es alles bei Tamada in der Reininghausstraße. Und natürlich auch georgischen Wein – gilt das Land doch als die Wiege des Weinbaus.

… nach Griechenland: An griechischen Lokalen mangelt es in Graz nicht – die Steirer lieben Griechenland, nicht nur im Urlaub. Die Klassiker sind Athen am Dietrichsteinplatz, Akropolis in der Krenngasse (eigentlich unter albanischer Führung, aber wer nimmt das schon so genau) oder Dionysos am Färberplatz (ehem. Krebsenkeller). Aber es gibt auch zwei modernere, hippere Lokale Griechenland-Fans: Bakaliko am Lendplatz und die 1 Mediterranean Food Bar in der Grabenstraße.

… nach Großbritannien: Fish & Chips kann man bei Colibri Fine Art Streetfood im Kastner-Innenhof bekommen. Britische Afternoon Teatime gibt es seit Kurzem in Oma’s Teekanne am Nikolaiplatz. Heißt: Sandwiches, Scones, Kuchen, Shortbread und verschiedene Teesorten aus dem Samowar sowie frischgemahlenen Filterkaffee.

Poke Bowl, Akakiko

… nach Hawaii: Nein, nicht Pizza und Toast Hawaii! In den USA ist etwas ganz anderes  gerade schwer angesagt: Poke Bowls, hawaiianisches Essen mit rohem Fisch in einer Schüssel auf Quinoa, Wildreis, Avocado … Die Kette Akakiko hat das sehr gesunde hawaiianische Essen kürzlich in allen Filialen auf die Speisekarte gesetzt. Und auch bei Kirby’s (Paulustorgasse 1) ist Poke mittlerweile ebenfalls angekommen! Richtig zum Hype wird Poké spätestens Ende April, das prognostiziere ich schon jetzt. Da eröffnet am Lendplatz nämlich das neue Standl der „La Meskla“-Betreiberinnen – und siehe da: „Shake Shaka“ wird sich auf das hawaiianische Trend-Essen spezialisieren. Oh Yeah!

… nach Indien: Currys & Co. aus Indien sind in Graz schon seit 20+ Jahren vertreten. Da wäre zum Beispiel Hathi am Franziskanerplatz, das sich vor allem auf die Küche Punjab, also dem Nordwesten Indiens, spezialisiert hat. Als alteingesessen kann man auch das Ganesha in der Pestalozzistraße bezeichnen. Verabschieden müssen sich Fans allerdings offenbar vom für viele besten Grazer Inder, dem Taj Mahal am Kaiser-Franz-Josef-Kai und auch das Masala in der Grazbachgasse hat vor etwa einem Jahr für immer geschlossen.

… nach Indonesien: Die indonesische Küche ist nicht so bekannt in Mitteleuropa – zwei Gerichte aber schon: Nasi Goreng und Saté-Spieße. Zweitere sind die mit der köstlichen Erdnusssauce. Gibt’s im Speisesaal oder auch im Z10 in der Zinzendorfgasse.

… nach Irland: Ab ins Pub! Der Klassiker ist natürlich Flann O’Brien – und dem Namen können nicht nur Literaturfans ruhig trauen.

… nach Italien: Da gibt es nun wirklich Möglichkeiten wie Sand am Hausmeisterstrand. Deshalb hier wirklich nur ein paar wenige Tipps: Wer Gusto auf originale neapolitanische Pizza hat, sollte ins Pizzaiolo am Dietrichsteinplatz. Sizilianisches Essen serviert etwa das Talianu am Lendplatz oder L’Enoteca Dei Ciclopi in der Sackstraße. Und dann wär da natürlich noch Capperi!, Peppino im Hofkeller, die Osteria dei Sensi, San Pietro … und und und … Wer gehobene italienische Küche bevorzugt, sollte ins La Perla oder zu Corti schauen.

… nach Japan: Sushi-Lokale gibt es viele in der Stadt – oder zumindest viele, die auch Sushi servieren. Für viele Asia-Fans gibt es aber nur ein wahres: Yamamoto. Und vielleicht noch Momiji in der Elisabethstraße. Aber dann gibt es da noch eine Möglichkeit, die bislang eher unbekannt ist: Margerethe Yoshida, eine Österreicherin die mit einem Japaner verheiratet ist, hat sich in die japanische Küche verliebt und vertieft und bietet in ihrem eigenen Kochstudio am Ruckerlberg Dinnerabende und Kochkurse an. Ein heißer Tipp für Japan-Fans ist aber auch Oh!Matcha in der Sporgasse, eine Teestube, in der vor allem natürlich Matcha-Tee serviert wird. Ein bisserl was zum Essen gibt es aber auch – vor allem japanische Onigiri, kleine Reis-Snacks. Und im multikulturellen Streets in der Waagner-Biro-Straße 109 gibt es Sashimi nach einem Rezept von Nobuyuki Matsuhisa und Sake.

… in die Karibik: Die Besitzer des Lokals in der Stigergasse (hinter dem Kunsthaus am Kai) haben lange auf den Cayman Islands gelebt. Wieder zurück, tischen sie im Caylend karibisch inspirierte Fusion-Küche auf, die schon mit einer Haube belohnt wurde. Da wird die Lammstelze etwa in hausgemachter jamaikanischer Currymischung geschmort, zum Confit von der Entenkeule gibt’s spicy Jerk Sauce und als süßer Abschluss wird Tropical sorbet serviert. Platanos Fritos (frittierte Kochbananen) gibt’s etwa in der Cohibar – dort geht es aber natürlich hauptsächlich um die Cocktails: bei einem West Indian Punch, einem Castro’s Cooler oder einer Bahama Mama kommt schnell karibisches Feeling auf …

… nach Kolumbien: Im südamerikanisch angehauchten Grill- bzw. Steaklokal Condor am Karmeliterplatz liegt der Fokus auf Kolumbien, das schlägt sich etwa in Gewürzen wie Achiote oder Cumin nieder. Auf der Karte steht etwa Ajiaco, gebundene kolumbianische Hühnersuppe oder das Nationalgericht Bandeja paisa mit Rinderfilet, Kokos-Lauch-Reis, Chorizo, Spiegelei und Avocado. Und die kolumbianischen Maisfladen, Arepas nämlich, sind eine Spezialität von Maidas Freestylecooking in der Münzgrabenstraße.

… nach Korea: Auch nach Korea reist man bei Akakiko. Obwohl die Kette sich ja eher als „Easy Japanese Fusion“ versteht – gegründet wurde sie von einer Südkoreanerin in Wien. Demzufolge gibt es Bulgogi Bibimbap & Co. auf der Speisekarte – und seit kurzem auch Kimchi. Den fand ich allerdings ziemlich enttäuschend, schade. Koreanisches Bulgogi vom Rind mit Jungzwiebel-Soja-Dip, Kimchi & Reis steht auch im Speisesaal auf der Karte, und auch die Scherbe serviert Bulgogi – wie auch das Z10. Kimchi gibt es in Graz aber auch an einem Ort, wo man es nicht vermuten würde: Am Würstelstand am Franziskanerplatz serviert die Besitzerin selbstgemachtes Kimchi!

… nach Kroatien: An die Adriaküste könnte man ja von Graz aus schon gleich selber zum Essen fahren, liegt ja fast um die Ecke … Eines der populärsten mediterranen Fisch-Lokale ist das Kornati in der Franckstraße. Wie in einer kleinen Hafenkneipe irgendwo in Kroatien, Slowenien oder auch Norditalien darf man sich im El Pescador in der Landhausgasse fühlen – wo übrigens auch feinser istrischer Fisch aufgetischt wird. Eine Institution ist außerdem das Opatija. Und eines der beliebtesten Gerichte in der Scherbe sind die Ćevapčići, serviert mit Đuveč Reis, Zwiebeln und Ajvar.

… nach Marokko/Nordafrika: Wie wäre es mit orientalischem Gemüse mit Couscous und Minzjoghurt? Gibt’s im Speisesaal am Grieskai.

… in den Nahen Osten: Nach Syrien hat wohl niemand Fernweh 😦 Kulinarisch hat das Land aber einiges zu bieten – erfreulich, dass ein Syrer in der Diaspora ein Lokal mit dem Essen seines Heimatlands eröffnet hat: Vom Ali Baba in der Annenstraße hört man nur Gutes … Wer gern Falafel isst, wird sich vielleicht auf den Falafel-Burger im Speisesaal stürzen wollen oder das Falafel-Sandwich bzw. die -Bowl im Ginko Greenhouse. Oder die Falafel in der Scherbe, die werden mit Harissa serviert.  Und das Streets serviert Hummus mit Sesam und (ok, nicht so vorderasiatischen) Jalapenos. Und Mangolds vis-a-vis lädt zu einer Fahrt mit dem Orient-Express – Zucchini „Babaganoush“ und Tomatenhummus. Auf der Frühstückskarte steht ebendorf auch noch Shakshuka!

… nach Nigeria und Kamerun: Spezialitäten aus Westafrika gibt’s bei Omoka in der Keplerstraße, übrigens laut Homepage frisch renoviert. Auf der Karte steht etwa „Moi Moi“, eine mit Chili gewürzte Pastete aus braunen Bohnen, Zwiebeln und Gemüse, die man in Nigeria zum Frühstück, aber auch zwischendurch als Snack isst.

… nach Mexiko: Die bunte, frische mexikanische Küche ist eine echte Lücke in Graz – und abgesehen vom Lokal Comida im Cineplexx-Kino konnte sich niemand halten. Der beste Mexikaner ist aber ein kleines Standl: Das „Tropicante“ ist ein Ableger des „La Meskla“ und spezialisiert sich auf köstliche Burritos, die am Lendplatz verkauft werden. Es gibt aber auch Burrito und Nacho-Bowls – und Lieferservice!

… nach Persien: Nach einer vielversprechenden Phase als Lieferservice hat man mit dem Safran in der Sackstraße eine große Lücke geschlossen in Graz – ist doch die persische Küche eine der besten und raffiniertesten der Welt. Oder wie klingt etwa „Kubideh mit Diamanten“ – faschierter Rind & Lammfleischspieß mit Zitronen-Safranhühnchen, gegrillter Tomate und Peperoni, Reis mit Safran?

… nach Peru: In der Kaiserfeldgasse hat sich La Meskla auf peruanisches Essen spezialisiert. Auf der Karte stehen piqueos, kleine Vorspeisen aus Peru, und natürlich gibt es das Nationalgetränk Pisco. Das Konzept sieht aber internationale Fusion-Küche vor, da kann auch mal etwas Asiatisches dabei sein.

… nach Polen: Polnische Teigtaschen in pikant oder süß, auf jeden Fall immer gut, servieren die Polinnen Adrianna & Marzena bei Pierogi mittlerweile in zwei Filialen. Leonhardstraße 24 und Neutorgasse 28 – zur Homepage geht’s hier!

… nach Portugal: Graz ist nicht unbedingt Klein-Lissabon, aber wer gern exzellenten typisch portugiesischen Dosenfisch kosten will, der schaue in die Bar Albert in der Herrengasse – hier gibt’s edle Jahrgangssardinen (nicht nur aus Portugal). Und im Speisesaal kann man als Vorspeise oder Snack Nuri-Sardinen mit Zucchiniröllchen bekommen.

… nach Spanien: Im Torona in der Prokopigasse setzt man auf Pinchos, die baskische bzw. nordspanische Version der Tapas. Einen weiteren Spanier gibt es in der Richard-Wagner-Gasse in Geidorf: Bodega. Süße Churros gibt es im Speisesaal.

… nach Sri Lanka: Reis und Curry in vielen Varianten gibt es seit kurzem auch wieder in der Stadt – bei Ceylon Curry in der Hans-Resel-Gasse, wo früher unter anderem ein Thai-Lokal untergebracht war.

… nach Taiwan: Das Milu Milu in der Grazer Keesgasse (Nähe Jakominiplatz) hat, wie die meisten Asiaten, diverse beliebte Asia-Speisen auf der Karte. Die Spezialitäten kommen aber aus der Republik China, Taiwan. Die chinesische Insel hat für die Befragten von Cable News Network sogar das beste Essen der Welt!

… nach Thailand: Thai-Lokale gibt es in Graz einige, und alle sind eigentlich ganz ok. Das erste war Krua Thai am Griesplatz, dazu kam Ahaan Thai in der Brockmanngasse, Isaan Thai im ehemaligen Mondscheinstüberl, Chang Thai in der Keesgasse, dazu natürlich das Café Mitte und noch recht neu das Pad Thai am Glacis sowie das ganz frisch umgebaute Easy Asia (ehem. Asia Mini Markt).

… in die USA: Ok, amerikanisches Essen – vor allem Burger – wird in Graz in etlichen Lokalen serviert. Deshalb hier nur einige wenige, die auch etwas abseits vom Fast Food servieren. Pastrami-Sandwiches – typisch für New York – gibt es bei Colibri Fine Art Streetfood im Kastner-Innenhof, Kirby’s serviert etwa Cajun Shrimps mit Polenta oder einen Burger mit Souther Buttermilk Fried Chicken, Freigeist in der Klosterwiesgasse hat neben großartigen Deluxe-Burgern auch exzellente Cheesecakes und üppigste US-Shakes im Programm. Wer supersüße Donuts liebt, kann zu Tasty Donuts in der Klosterwiesgasse schauen. Oder Pancakes mit Ahornsirup bei Granola am Bahnhof frühstücken. Und wer sich wirklich wie in einem US-Lokal irgendwo im mittleren Westen vorkommen will – Linedance inklusive! -, der fährt ins American Roadhouse in der Puchstraße.

… nach Vietnam: Drei Lokale haben in Graz vietnamesisches Essen. Den Anfang machte Vina am Grieskai, dann kam Nam am Jakominiplatz – ein kleines Standl, das mit Kross zusammengehört -, dann Mekong in der Grazbachgasse (ehemaliges Graba 42).

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