10: Ideen mit altem Brot (Teil 2: Weißbrot)

Nach der Liste mit Schwarzbrot hier noch eine Liste mit Ideen, wie man altbackenes Brot weiterverwerten kann, diesmal mit Weißbrot … Prinzipiell kann man fast alles, was man aus dunklem Brot machen kann, auch aus weißem machen – Salat, Aufläufe, Toast, Croutons … Deshalb in dieser Liste einige speziellere Vorschläge.

Und weil man soooo viel machen kann, hier gleich zwei Listen für pikante und für süße Gerichte.

Erst die Pikanten:

  1. Panzanella oder Fattoush – der italienische Brotsalat schmeckt dermaßen gut, dass man das Brot dafür gerne alt werden lässt. Hier ein Rezept aus diesem Blog. Selbiges gilt auch für die levantische Variante. Dafür bitte hier entlang!
  2. Bruschette – Brotscheiben mit etwas Öl beträufeln und im Backrohr kross backen, mit einer Mischung aus gewürfelten Paradeisern und Zwiebeln, Basilikum, Salz unf Pfeffer bestreichen
  3. Semmelknödel! Hier ein ganz klassisches Wiener Rezept von Plachutta.
  4. Paniermehl. Dafür einfach alte Semmeln fein reiben.
  5. Fotzelschnitten. Die Schweizer lieben diese pikanten Armen Ritter. Hier ein Rezept mit Zucchinigemüse.
  6. Faschierte Laibchen/Frikadellen. Mit Faschiertem/Hackfleisch, faschiertem Fisch, Bohnen ….
  7. Gazpacho. In der kalten spanischen Suppe sorgt altes Brot für die richtige Konsistenz. Hier ein Rezept von Jamie Oliver.
  8. Migas. Ein deftiges, spanisches Pfannengericht aus Brotstücken und Chorizo. Hier ein Rezept.
  9. Pesto aus Brotbröseln, Petersilie und Ziegenkäse. Aus dem Blog River Cottage.
  10. Ribollita. Dicke Suppe aus Gemüse und Brotscheiben. Hier ein Rezept vom Guardian.

 

Dann die Süßen:

  1. Arme Ritter, French Toast, Pofesen. Alles das gleiche: mit Ei panierter alter Toast.
  2. Scheiterhaufen – ein österreichisch-böhmischer Klassiker. Hier eine steirische Variante mit Kipferln.
  3. Ofenschlupfer – die deutsche Variante des Scheiterhaufens. Hier gibts eine ganze Menge Varianten.
  4. Strata – die US-Variante des Scheiterhaufens. Hier ein Rezept mit Äpfeln und Karamell.
  5. Torta di Pane – Tessiner Brotkuchen (hier ein Rezept)
  6. Brotpudding – wie New Orleans Style Bread Pudding (hier ein Rezept) oder Schoko-Brotpudding (hier ein Rezept)
  7. Pietras – mexikanische „Steine“ aus altem Brot (hier ein Rezept)
  8. Charlotte – das klassische Dessert wird heute meist mit Biskotten zubereitet, früher aber mit altem Brot. Hier ein Rezept mit Striezel (Hefezopf).
  9. Panzanella mit Früchten (hier ein Rezept)
  10. Topping für Eis, Frozen Yoghurt, Cremes …: mit braunem Zucker, Kakao, Zimt … Bröseln zubereiten

 

 

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10: Ideen mit altem Brot (Teil 1: Schwarzbrot)

Tag für Tag wird in Wien gleich viel Brot entsorgt, wie Graz verbraucht. Der oft zitierte Einleitungssatz zum Beschreibungstext des Films „We feed the world“. Mittlerweile gibt es einige Geschäfte, die etwa Brot vom Vortag günstiger verkaufen – wie Martin Auer in Graz (die Einnahmen kommen hier einem guten Zweck zugute) oder Second Bäck in Berlin, das sich auf Bio-Brot spezialisiert hat. Das Gros des alten Brots wird zwar nicht in den Haushalten oder bei den Bäckern weggeworfen, sondern in den Supermärkten. Aber trotzdem: Wer das trocken gewordene Brot zuhause weiterverwertet, leistet auch einen wertvollen Beitrag. Und kann sich außerdem aus einem reichhaltigen Angebot an Rezepten bedienen. Hier habe ich ein paar davon zusammengetragen.

  1. Croutons aus Schwarzbrot, aromatisiert zB mit Kräutern, Knoblauch, Zwiebeln … (Rezept)
  2. Brotchips – altes Sauerteigbrot in dünne Scheiben geschnitten und kross gebacken (Rezept)
  3. Schwarzbrot-Gemüsesalat – eine Variante des italienischen Klassikers Panzanella von Alexander Herrmann (Rezept)
  4. Brotsuppe – da gibt es hunderttausende Rezepte (hier eines mit Speck und Karotten)
  5. Schwarzbrottoast – Einfach mit Käse, Gemüse, Schinken … überbacken (Rezept)
  6. Brotbrösel, zB für einen Auflauf (Rezept aus diesem Blog: Karfiol-Nudelauflauf mit Knusperkruspe)
  7. Brotauflauf (hier ein pikantes Rezept, geht aber auch süß)
  8. Brotknödel (hier ein Rezept mit Pilzgulasch)
  9. Brotlaibchen – Faschierte Laibchen ohne Faschiertes (hier ein Rezept aus der Schweiz)
  10. als Bindemittel für Soßen verwenden

 

Weiter geht es mit Teil 2 – Weißbrot mit 10 Ideen für pikante und 10 süße Gerichte.

Eingekauft: „Wunderlinge“ bei Rewe

Natürlich ist es in Wirklichkeit nicht mehr als eine nette Geste, wenn ein Konzern wie REWE (der dafür bekannt ist, den Freeganern und Mülltauchern den Zugang zu den weggeworfenen Lebensmitteln unmöglich zu machen) jetzt auch Obst und Gemüse anbietet, das nicht den Richtlinien entspricht und sonst entsorgt würde. Aber es ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

„Wunderlinge“ heißt das bei Billa, Adeg und Merkur. Verkauft werden unter dieser Marke bislang nur Erdäpfel, Karotten und Äpfel, die leichte Fehler aufweisen oder einfach nur zu klein sind. Normalerweise würden sie es nicht in den Supermarkt schaffen, sondern industriell weiterverwertet werden, an Tiere verfüttert oder gleich bei der Ernte am Feld liegengelassen werden.

Wundern muss man sich angesichts der „Wunderlinge“ tatsächlich: Es ist nämlich wirklich schwer, herauszufinden, warum die Erdäpfel nicht supermarkttauglich sein sollten. Für das Foto habe ich die 5 Stück herausgepickt, die überhaupt Fehler aufgewiesen haben – sonst: Einfach zu klein …

Wunderlinge

Gekauft: Die andere Gemüsebox

Da der Frischehof Robier seine Frischebox-Lieferungen leider eingestellt hat, mussten wir uns einen neuen Lieferanten suchen: Die Steirische Erntebox liefert donnerstags nach Graz und Umgebung und freitags ins Mur- und Mürztal, es gibt zwei Varianten, die Gemüsebox um 13,20 Euro und die Salatbox um 10,50 Euro, optional kann man sich noch Extras wie ein gemischtes Obstkisterl (7,90  Euro) bestellen.

Vom Gemüse unserer ersten Kiste waren wir begeistert.

Gemüsebox

 

Der Inhalt

  • 1 Stk. Kräuselendivien
  • 1 Stk. Eichblatt
  • 1 Stk. Weißkraut
  • 1 Stk. Fenchel
  • 5 Karotten
  • 1 Stk. Sellerie
  • 1 Bund Schnittlauch

Was soll daraus werden? Geschmorter Endiviensalat mit Chili? Oder Eichblattsalat mit Fenchel? Oder Lauwarmer Eierschwammerlsalat mit Ziegenkäse? Irish Stew? Weißkrautlasagne? Kraut-Kartoffelpfanne mit Bratwurst?

Aufgeblättert: Taste the Waste

Die Hälfte aller Lebensmittel werden weltweit weggeworfen: Jeder zweite Salat, jede zweite Kartoffel, jedes fünfte Brot. Der Großteil endet im Müll, bevor er überhaupt den Konsumenten  erreicht. Allein in Österreich werden pro Jahr und Person verwertbare Produkte im Wert von 150 Euro weggeworfen. Die in Europa und Nordamerika weggeworfenen Lebensmittel würden ausreichen, um alle Hungernden auf der Welt satt zu machen. Dreimal.
Taste the Waste - BuchcoverAlles Fakten, die Valentin Thurn in der Doku „Taste The Waste“ 2011 servierte – kein sehr schmackhaftes Menü natürlich.  Schmackhafter wird es im zugehörigen und gleichnamigen Kochbuch: „Taste The Waste – Rezepte und Ideen für Essensretter“ liefert haufenweise interessante Ansätze, wie man aus Küchenabfällen noch etwas zaubern kann. Oder aus Fallobst, Unkraut und Überbleibseln.

Ein Kapitel ist etwa den Culinary Misfits gewidmet, zwei junge Berlinerinnen, die sich mit viel Liebe und Kreativität dem krumm gewachsenen Gemüse widmen. Ein anderes Mundraub.org, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Fallobst zu verwerten – im Rezeptteil gibt es hier z. B. Rezepte für Schwarze Nüsse (eingelegte grüne Walnüsse) oder „Statt Oliven“ Olivenersatz aus eingelegten Schlehen. Nicht fehlen darf auch der südsteirische Haubenkoch Tom Riederer, der es sich zur Philosophie gemacht hat, auch aus Resten wie Himbeerkernen oder Erdäpfelschalen noch etwas Verwertbares zu machen – Knusperdeko oder Chips zum Beispiel.

Zwei Rezepte aus dem Buch habe ich schon ausprobiert. Sie stamme beide von Dinner Exchange Berlin, die nach Marktschluss Überbleibsel von Berliner Märkten aufsammeln und daraus ein Menü kochen. Im Buch sind sie für 30 Dinnergäste dimensioniert, hier für ca. vier Portionen umgerechnet.

Gazpacho nach Marktschluss

5 Tomaten, eine Feldgurke und eine rote Paprika waschen und in kleine Stücke schneiden. Dazu kommen eine Zwiebel und zwei Knoblauchzehen, alles kleingeschnitten. Noch je ein Schuss Olivenöl und Balsamico dazu (hab ich übrigens vergessen und hat auch nichts gemacht), und ab in den Blender bzw. mit dem Pürierstab zerkleinern. Dann kommt noch ein Viertelliter Gemüsesuppe dazu. Abschmecken mit viel Pfeffer und noch mehr Salz, empfehlen kann ich dazu noch ein paar großzügige Spritzer Tabasco. Dazu gab’s Spießchen mit Schweine-Bauchfleisch und Weißbrot.

Gazpacho mit Spießen

Gazpacho mit Spießen

Apple Crumble mit rosa Kick

Drei bis vier große Äpfel ungeschält, aber ohne Kerngehäuse in dicke Spalten schneiden und dachziegelartig in einer großen, gebutterten Backform anordnen. Für die Crumble-Schicht 50g Butter, 40g brauner Zucker und 30g Mehl mit den Händen schnell zu einer bröseligen Mischung verarbeiten. Die Brösel gleichmäßig über die Äpfel verteilen, bei 180° für ca. 35 Minuten in das Backrohr schieben. Wenn der Crumble fertig ist, kommt der rosa Kick: ein paar rosa Pfefferbeeren zerstoßen und auf den Crumble streuen.

Apfelcrumble mit rosa Kick

Apfelcrumble mit rosa Kick

Edit: ein weiteres Rezept aus diesem Kochbuch – Pastinakenkuchen.
Pastinakenkuchen

Eingekauft: im Labonca Biohof, Burgau

Spatenstiche sind ja selten ein berichtenswertes Erlebnis, dieser aber schon: In Burgau in der Oststeiermark (fast im Burgenland) wurde heute der Baubeginn für ein sehr besonderes Projekt gefeiert: Biobauer Norbert Hackl und Gastronom Franz Wirth lassen hier ein Weideschlachthaus bauen, wo die Sonnenschweine, Rinder und Schafe ihre letzten Tage entspannt auf der Weide verbringen und möglichst sanft und stressfrei betäubt und geschlachtet werden.

Sonnenschwein (c) LaboncaNorbert Hackl ist übrigens der erste österreichische Bauer, dem den Tierschutzpreis verliehen wurde. Für die Finanzierung des Projekts Weideschlachthaus gingen Hackl und Wirth ebenfalls ungewöhnliche Wege: Jeder kann Genuss-Scheine und Genuss-Partnerschaften erwerben, die in den nächsten zehn Jahren mit Naturalien vergolten werden. Unter den Unterstützern sind auch Prominente wie Josef Zotter, der ja selbst mit dem Essbaren Tiergarten auf Lebens- und Sterbensbedingungen von Nutztieren hinweist, und auch Sarah Wiener, die aus Überzeugung unentgeltlich zum Spatenstich gekommen ist – und eine flammende Rede für eine andere Herstellung von Lebensmitteln hielt:

Das hier ist etwas ganz Besonderes. Ich komme, auch für meine Sendung, viel in Europa herum und habe viele Freilandhaltungen gesehen, keine ist so gut. Der Pferdefleisch-Skandal hat gerade gezeigt, dass nicht einmal die Lebensmittelindustrie weiß, was sie uns serviert. Uns werden Inhaltsstoffe aufgetischt, die unsere Großeltern wahrscheinlich nicht als Lebensmittel erkannt hätten und die sie wohl auch nicht gegessen hätten.

… Die Haltung der Schweine ist eines der dunkelsten Kapitel, in Deutschland gibt es Schweineställe, die wie Hochsicherheitstrakte gesichert sind, damit niemand mitbekommt, was sich darin abspielt. Zugang bekommt niemand, auch kein Journalist. Auch in den Bio-Richtlinien, die ja die strengsten sind, die wir haben, werden Schweinen nur 1,3 m² zugestanden, während Hühner 10 m² bekommen.

Wir brauchen mehr solche Inseln des Geschmacks und des Widerstands!

Spatenstich Labonca

Spatenstich Labonca

Warum das jetzt alles in der Kategorie „Eingekauft“ geführt wird? Weil ich dort auch eingekauft habe! Schmalz-Genuss Bärlauch, Boncalini mit Zotter-Schokolade, „Insa Rohe“ Wurst mit Paprika und Chili, alles vom Sonnenschwein. Das kann alles im hauseigenen Verkaufslokal „sauGUT & KOSTbar“ in Burgau (Hauptplatz 6) erworben werden, oder online über vielfalt.com bestellt.

Eingekauft: Die Frischebox ist da!

Grüne Kiste, große Freude: Seit kurzem haben wir eine Frischebox vom Frischehof Robier aus Leibnitz abonniert. Heißt: jeden Mittwoch morgen steht eine Kiste voller Bio-Gemüse und Bio-Obst vor der Wohnungstüre. Ein tolles Service für Menschen, die es viel zu selten auf den Bauernmarkt schaffen … Aber die Sachen wollen natürlich auch verwertet und aufgegessen werden!

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Und das war diesmal drin in der Box:

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Kopfsalat, Radieschen, Schnittlauch, Spinat, frischer Knoblauch, Äpfel und Bananen. Mhm, ich freu mich schon aufs Essen. 🙂

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