Die RTL-2-Kochprofis beim Food Festival Graz

Hoffnungslos veraltete Lokale, Gaststuben voller Spinnweben, verranzte Küchen, Köche, die eigentlich Installateure sind, Gastwirte, die eigentlich Krankenpfleger gelernt haben: Die „Kochprofis“ von RTL 2 sind normalerweise als „Hilfs-Köche“ im Einsatz, um ganz schwierige Fälle in der Gastronomie noch im letzten Moment vor dem Zusperren zu bewahren. Dass Frank Oehler, Nils Egtermeyer und Andi Schweiger kürzlich aber im Grazer „Streets“ aufgetaucht sind, war keine Rettungsaktion, sondern ein kleines Gastspiel beim Food Festival Graz.

kochprofis food festival (4)

kochprofis food festival (3)

Hier die Gänge:

Frank Oehler: Rehrücken mit Wachauer Marille, Meerrettich, Hummus & roten Zwiebeln

Frank Oehler: Rehrücken mit Wachauer Marille, Meerrettich, Hummus & roten Zwiebeln

kochprofis food festival (1)

Nils Egtermeyer: Bacalao de Verano

Andreas Schweiger: Schokolade | Zwetschke | Beeren | rote Bete | Topfen | Basilikum | Vanille

Andreas Schweiger: Schokolade | Zwetschke | Beeren | rote Bete | Topfen | Basilikum | Vanille

Ein Abend bei Margarethe Yoshida

 

Noch ist es ein Geheimtipp: Ganz oben am Grazer Ruckerlberg kocht die gebürtige Klagenfurterin Margarethe Yoshida, eine frühere AHS-Lehrerin und Küchen-Autodidaktin, das möglicherweise beste japanische Essen von ganz Österreich.

16 Jahre hat sie mit ihrem Mann im japanischen Kobe verbracht, dort ihre beiden Kinder großgezogen – und aus dem Fernsehen und von einer japanischen Freundin die Kochkunst des Landes erlernt, die so kompromisslos wie kaum eine andere Küche ist – perfektionistisch, puristisch und produktverliebt.

In ihrem Kochstudio hält sie Workshops und Kurse ab, und zeigt dabei nicht nur, wie man Sushi & Co. richtig zubereitet, sondern auch Katei Ryori – japanische Hausmannskost.

Und die hatte ich das Glück kosten zu dürfen, mehr dazu in den Fotos!

 

Alle Infos zu Margarethe Yoshidas Kochstudio, den Kursangeboten und Kontaktmöglichkeiten findet ihr auf ihrer Homepage: www.yoshida.at

Ein Abend im Steirereck

Unangefochten. Unerreicht. Seit Jahren ist das Steirereck im Wiener Stadtpark in allen Rankings und Gastroführern mit Respektabstand die Nummer eins in Kulinarik-Nummer eins Österreich, Heinz Reitbauer der beste Koch des Landes, Birgit Reitbauer die beste Gastgeberin. Daran ändert freilich auch nichts, dass man heuer knapp aus den Top 10 der weltweiten „50 best Restaurants“ vulgo San-Pellegrino-Liste herausgerutscht ist.

Heuer im Juni war es endlich auch für uns so weit – ein runder Geburtstag samt Gutschein hat den ersehnten Besuch erschwinglich gemacht. Und es war tatsächlich all das, was wir uns erhofft hatten, und noch viel mehr: Besonders. Köstlich. Interessant. Ungewöhnlich. Aufschlussreich. Angenehm. Großartig. Schlicht. Perfekt.

Hier passt wirklich alles, das beginnt schon beim Empfang, der sympathischen, persönlichen Betreuung, dem Design des Lokals und des Geschirrs. Der legendäre Brotsommelier (!), der mit dem Brotwagen herbei rollt und Zutaten und Backweise jedes einzelnen Laibs erklärt. Die liebe- und respektvolle Erklärung der Zutaten (oft in Vergessenheit Geratenes, teils im eigenen Garten kultiviert) ihrer Herkunft und Geschichte – dafür gibt es zu jedem Gang ein eigenes Kärtchen, das der Gast mitnehmen darf.

Und natürlich das Essen selbst – traditionelle österreichische Küche, kosmopolitisch weitergedacht. Besser ist kaum vorstellbar.

Hier ein paar Fotos des Frühsommermenüs, die dem Essen natürlich nicht annähernd gerecht werden.

 

Juan Amador im Schlossbergrestaurant Graz

Ein Reiseveranstalter hat den mittlerweile in Wien ansässigen Starkoch für einen Abend nach Graz gelotst – und Juan Amador hat nicht nur seine sieben Sachen gepackt, sondern seine gesamte Crew für einen Tag auf den Grazer Schloßberg verfrachtet, um dort ein siebengängiges Menü zu kochen. Und wir haben durch einen glücklichen Zufall Karten ergattert …

Voilà, Kraut & Rüben und noch viel mehr by Juan Amador in Graz! Die Fotos werden dem kulinarischen Kunstwerk natürlich nicht gerecht :/

Hier noch ein Live-Video, das Amador auf Facebook gestreamt hat: Ein Making-of des ersten Ganges!

Eine kleine kulinarische Weltreise – in Graz!

Fernweh? Dann muss es nicht gleich ins Reisebüro gehen. In Graz gibt es mehr exotisches Essen, als man auf den ersten Blick glaubt. Hier ein paar Tipps für kulinarische Ausflüge mit Messer und Gabel (und manchmal auch ohne!)

Wohin darf’s gehen?

 … nach Argentinien: Fleisch, Fleisch, Fleisch ist Programm im El Gaucho. Und das kommt neben Österreich aus aus dem Steak-Land Nummer eins, Argentinien. Dazu Chimichurri und fertig ist das argentinische Abendmahl. Chimichurri Chicken gibt’s sonst auch in der Scherbe.

… nach Äthiopien: Im Café Abol im ehemaligen Schönaustüberl in der Schönaugasse 16 wird seit 2016 äthiopisches Essen aufgetischt, und zwar sehr gutes: Serviert wird Injera, weiches, gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl, mit verschiedenen Fleisch- und Gemüsesaucen. Gegessen wird mit den Händen. Und: Es gibt ausgezeichneten äthiopischen Kaffee, auch in Form einer traditionellen Teezeremonie. Aufgetischt wird der übrigens mit Popcorn.

… nach Belgien: Ok, Moules Frites bekommt man in Graz eher weniger, aber belgische Schoko schon – in der Chocolaterie De Naeyer am Kaiser-Josef-Platz. Belgische Biere kann man in der Bierboutique im Lendviertel erstehen. Und ziemlich originale belgische Pommes frites gibt es bei „Kross“ am Jakominiplatz.

… nach China: (Mehr oder weniger) chinesische Lokale mit (mehr oder weniger) chinesischem Essen gibt es in Graz viele, viele – die meisten servieren in etwa dasselbe. Ein Lokal, das sich hier angenehm abhebt, indem es immerhin einmal zwischen den vier chinesischen Regionalküchen – „Der Osten knusprig, der Westen scharf, der Norden salzig und der Süden süß“ – unterscheidet, ist das Liu Asia in der Sporgasse.

… nach Dänemark: Smørrebrød gibt es täglich ab 12 Uhr im Brotsalon im Lend Hotel.

… nach Frankreich: Nach einer kurzen Durststrecke haben gleich wieder einige neue französische Lokale aufgesperrt – allen voran das hervorragende bistro in der Schmiedgasse. Das Pastis in der Leonhardstraße bleibt unter neuer Führung weiter empfehlenswert. Und wer gerne Crepes isst, muss unbedingt ins Le Schnurrbart in der Paulustorgasse. Oder ins Griesou am Griesplatz! Die angeblich originale Zwiebelsuppe von Paul Bocuse könnte sich auch gut eignen, um Frankreich-Fernweh vorübergehend zu stillen – gibt’s im Streets, Waagner-Biro-Straße. Oder wie wär’s mit Steak Frites à la Relais De Venise Paris inkl. Bordeaux – das wird im Speisesaal serviert.

… nach Georgien: Chatschapuri Megruli ist etwa frisch gebackener Germteig mit Käsefüllung, der mit einer Mischung von Käse und Ei bestreut wird, Tschaschuschuli ein Eintopf mit Rindfleisch, georgischen Weißwein und Gewürzen, Lobio Kotanshi ist Bohneneintopf. Klingt alles komisch, schmeckt aber toll, wie mir viele schon versichert haben. Das gibt es alles bei Tamada in der Reininghausstraße. Und natürlich auch georgischen Wein – gilt das Land doch als die Wiege des Weinbaus.

… nach Griechenland: An griechischen Lokalen mangelt es in Graz nicht – die Steirer lieben Griechenland, nicht nur im Urlaub. Die Klassiker sind Athen am Dietrichsteinplatz, Akropolis in der Krenngasse (eigentlich unter albanischer Führung, aber wer nimmt das schon so genau) oder Dionysos am Färberplatz (ehem. Krebsenkeller). Aber es gibt auch zwei modernere, hippere Lokale Griechenland-Fans: Bakaliko am Lendplatz und die 1 Mediterranean Food Bar in der Grabenstraße.

… nach Großbritannien: Fish & Chips kann man bei Colibri Fine Art Streetfood im Kastner-Innenhof bekommen. Britische Afternoon Teatime gibt es seit Kurzem in Oma’s Teekanne am Nikolaiplatz. Heißt: Sandwiches, Scones, Kuchen, Shortbread und verschiedene Teesorten aus dem Samowar sowie frischgemahlenen Filterkaffee.

Poke Bowl, Akakiko

… nach Hawaii: Nein, nicht Pizza und Toast Hawaii! In den USA ist etwas ganz anderes  gerade schwer angesagt: Poke Bowls, hawaiianisches Essen mit rohem Fisch in einer Schüssel auf Quinoa, Wildreis, Avocado … Die Kette Akakiko hat das sehr gesunde hawaiianische Essen kürzlich in allen Filialen auf die Speisekarte gesetzt. Und auch bei Kirby’s (Paulustorgasse 1) ist Poke mittlerweile ebenfalls angekommen! Richtig zum Hype wird Poké spätestens Ende April, das prognostiziere ich schon jetzt. Da eröffnet am Lendplatz nämlich das neue Standl der „La Meskla“-Betreiberinnen – und siehe da: „Shake Shaka“ wird sich auf das hawaiianische Trend-Essen spezialisieren. Oh Yeah!

… nach Indien: Currys & Co. aus Indien sind in Graz schon seit 20+ Jahren vertreten. Da wäre zum Beispiel Hathi am Franziskanerplatz, das sich vor allem auf die Küche Punjab, also dem Nordwesten Indiens, spezialisiert hat. Als alteingesessen kann man auch das Ganesha in der Pestalozzistraße bezeichnen. Verabschieden müssen sich Fans allerdings offenbar vom für viele besten Grazer Inder, dem Taj Mahal am Kaiser-Franz-Josef-Kai und auch das Masala in der Grazbachgasse hat vor etwa einem Jahr für immer geschlossen.

… nach Indonesien: Die indonesische Küche ist nicht so bekannt in Mitteleuropa – zwei Gerichte aber schon: Nasi Goreng und Saté-Spieße. Zweitere sind die mit der köstlichen Erdnusssauce. Gibt’s im Speisesaal oder auch im Z10 in der Zinzendorfgasse.

… nach Irland: Ab ins Pub! Der Klassiker ist natürlich Flann O’Brien – und dem Namen können nicht nur Literaturfans ruhig trauen.

… nach Italien: Da gibt es nun wirklich Möglichkeiten wie Sand am Hausmeisterstrand. Deshalb hier wirklich nur ein paar wenige Tipps: Wer Gusto auf originale neapolitanische Pizza hat, sollte ins Pizzaiolo am Dietrichsteinplatz. Sizilianisches Essen serviert etwa das Talianu am Lendplatz oder L’Enoteca Dei Ciclopi in der Sackstraße. Und dann wär da natürlich noch Capperi!, Peppino im Hofkeller, die Osteria dei Sensi, San Pietro … und und und … Wer gehobene italienische Küche bevorzugt, sollte ins La Perla oder zu Corti schauen.

… nach Japan: Sushi-Lokale gibt es viele in der Stadt – oder zumindest viele, die auch Sushi servieren. Für viele Asia-Fans gibt es aber nur ein wahres: Yamamoto. Und vielleicht noch Momiji in der Elisabethstraße. Aber dann gibt es da noch eine Möglichkeit, die bislang eher unbekannt ist: Margerethe Yoshida, eine Österreicherin die mit einem Japaner verheiratet ist, hat sich in die japanische Küche verliebt und vertieft und bietet in ihrem eigenen Kochstudio am Ruckerlberg Dinnerabende und Kochkurse an. Ein heißer Tipp für Japan-Fans ist aber auch Oh!Matcha in der Sporgasse, eine Teestube, in der vor allem natürlich Matcha-Tee serviert wird. Ein bisserl was zum Essen gibt es aber auch – vor allem japanische Onigiri, kleine Reis-Snacks. Und im multikulturellen Streets in der Waagner-Biro-Straße 109 gibt es Sashimi nach einem Rezept von Nobuyuki Matsuhisa und Sake.

… in die Karibik: Die Besitzer des Lokals in der Stigergasse (hinter dem Kunsthaus am Kai) haben lange auf den Cayman Islands gelebt. Wieder zurück, tischen sie im Caylend karibisch inspirierte Fusion-Küche auf, die schon mit einer Haube belohnt wurde. Da wird die Lammstelze etwa in hausgemachter jamaikanischer Currymischung geschmort, zum Confit von der Entenkeule gibt’s spicy Jerk Sauce und als süßer Abschluss wird Tropical sorbet serviert. Platanos Fritos (frittierte Kochbananen) gibt’s etwa in der Cohibar – dort geht es aber natürlich hauptsächlich um die Cocktails: bei einem West Indian Punch, einem Castro’s Cooler oder einer Bahama Mama kommt schnell karibisches Feeling auf …

… nach Kolumbien: Im südamerikanisch angehauchten Grill- bzw. Steaklokal Condor am Karmeliterplatz liegt der Fokus auf Kolumbien, das schlägt sich etwa in Gewürzen wie Achiote oder Cumin nieder. Auf der Karte steht etwa Ajiaco, gebundene kolumbianische Hühnersuppe oder das Nationalgericht Bandeja paisa mit Rinderfilet, Kokos-Lauch-Reis, Chorizo, Spiegelei und Avocado. Und die kolumbianischen Maisfladen, Arepas nämlich, sind eine Spezialität von Maidas Freestylecooking in der Münzgrabenstraße.

… nach Korea: Auch nach Korea reist man bei Akakiko. Obwohl die Kette sich ja eher als „Easy Japanese Fusion“ versteht – gegründet wurde sie von einer Südkoreanerin in Wien. Demzufolge gibt es Bulgogi Bibimbap & Co. auf der Speisekarte – und seit kurzem auch Kimchi. Den fand ich allerdings ziemlich enttäuschend, schade. Koreanisches Bulgogi vom Rind mit Jungzwiebel-Soja-Dip, Kimchi & Reis steht auch im Speisesaal auf der Karte, und auch die Scherbe serviert Bulgogi – wie auch das Z10. Kimchi gibt es in Graz aber auch an einem Ort, wo man es nicht vermuten würde: Am Würstelstand am Franziskanerplatz serviert die Besitzerin selbstgemachtes Kimchi!

… nach Kroatien: An die Adriaküste könnte man ja von Graz aus schon gleich selber zum Essen fahren, liegt ja fast um die Ecke … Eines der populärsten mediterranen Fisch-Lokale ist das Kornati in der Franckstraße. Wie in einer kleinen Hafenkneipe irgendwo in Kroatien, Slowenien oder auch Norditalien darf man sich im El Pescador in der Landhausgasse fühlen – wo übrigens auch feinser istrischer Fisch aufgetischt wird. Eine Institution ist außerdem das Opatija. Und eines der beliebtesten Gerichte in der Scherbe sind die Ćevapčići, serviert mit Đuveč Reis, Zwiebeln und Ajvar.

… nach Marokko/Nordafrika: Wie wäre es mit orientalischem Gemüse mit Couscous und Minzjoghurt? Gibt’s im Speisesaal am Grieskai.

… in den Nahen Osten: Nach Syrien hat wohl niemand Fernweh 😦 Kulinarisch hat das Land aber einiges zu bieten – erfreulich, dass ein Syrer in der Diaspora ein Lokal mit dem Essen seines Heimatlands eröffnet hat: Vom Ali Baba in der Annenstraße hört man nur Gutes … Wer gern Falafel isst, wird sich vielleicht auf den Falafel-Burger im Speisesaal stürzen wollen oder das Falafel-Sandwich bzw. die -Bowl im Ginko Greenhouse. Oder die Falafel in der Scherbe, die werden mit Harissa serviert.  Und das Streets serviert Hummus mit Sesam und (ok, nicht so vorderasiatischen) Jalapenos. Und Mangolds vis-a-vis lädt zu einer Fahrt mit dem Orient-Express – Zucchini „Babaganoush“ und Tomatenhummus. Auf der Frühstückskarte steht ebendorf auch noch Shakshuka!

… nach Nigeria und Kamerun: Spezialitäten aus Westafrika gibt’s bei Omoka in der Keplerstraße, übrigens laut Homepage frisch renoviert. Auf der Karte steht etwa „Moi Moi“, eine mit Chili gewürzte Pastete aus braunen Bohnen, Zwiebeln und Gemüse, die man in Nigeria zum Frühstück, aber auch zwischendurch als Snack isst.

… nach Mexiko: Die bunte, frische mexikanische Küche ist eine echte Lücke in Graz – und abgesehen vom Lokal Comida im Cineplexx-Kino konnte sich niemand halten. Der beste Mexikaner ist aber ein kleines Standl: Das „Tropicante“ ist ein Ableger des „La Meskla“ und spezialisiert sich auf köstliche Burritos, die am Lendplatz verkauft werden. Es gibt aber auch Burrito und Nacho-Bowls – und Lieferservice!

… nach Persien: Nach einer vielversprechenden Phase als Lieferservice hat man mit dem Safran in der Sackstraße eine große Lücke geschlossen in Graz – ist doch die persische Küche eine der besten und raffiniertesten der Welt. Oder wie klingt etwa „Kubideh mit Diamanten“ – faschierter Rind & Lammfleischspieß mit Zitronen-Safranhühnchen, gegrillter Tomate und Peperoni, Reis mit Safran?

… nach Peru: In der Kaiserfeldgasse hat sich La Meskla auf peruanisches Essen spezialisiert. Auf der Karte stehen piqueos, kleine Vorspeisen aus Peru, und natürlich gibt es das Nationalgetränk Pisco. Das Konzept sieht aber internationale Fusion-Küche vor, da kann auch mal etwas Asiatisches dabei sein.

… nach Polen: Polnische Teigtaschen in pikant oder süß, auf jeden Fall immer gut, servieren die Polinnen Adrianna & Marzena bei Pierogi mittlerweile in zwei Filialen. Leonhardstraße 24 und Neutorgasse 28 – zur Homepage geht’s hier!

… nach Portugal: Graz ist nicht unbedingt Klein-Lissabon, aber wer gern exzellenten typisch portugiesischen Dosenfisch kosten will, der schaue in die Bar Albert in der Herrengasse – hier gibt’s edle Jahrgangssardinen (nicht nur aus Portugal). Und im Speisesaal kann man als Vorspeise oder Snack Nuri-Sardinen mit Zucchiniröllchen bekommen.

… nach Spanien: Im Torona in der Prokopigasse setzt man auf Pinchos, die baskische bzw. nordspanische Version der Tapas. Einen weiteren Spanier gibt es in der Richard-Wagner-Gasse in Geidorf: Bodega. Süße Churros gibt es im Speisesaal.

… nach Sri Lanka: Reis und Curry in vielen Varianten gibt es seit kurzem auch wieder in der Stadt – bei Ceylon Curry in der Hans-Resel-Gasse, wo früher unter anderem ein Thai-Lokal untergebracht war.

… nach Taiwan: Das Milu Milu in der Grazer Keesgasse (Nähe Jakominiplatz) hat, wie die meisten Asiaten, diverse beliebte Asia-Speisen auf der Karte. Die Spezialitäten kommen aber aus der Republik China, Taiwan. Die chinesische Insel hat für die Befragten von Cable News Network sogar das beste Essen der Welt!

… nach Thailand: Thai-Lokale gibt es in Graz einige, und alle sind eigentlich ganz ok. Das erste war Krua Thai am Griesplatz, dazu kam Ahaan Thai in der Brockmanngasse, Isaan Thai im ehemaligen Mondscheinstüberl, Chang Thai in der Keesgasse, dazu natürlich das Café Mitte und noch recht neu das Pad Thai am Glacis sowie das ganz frisch umgebaute Easy Asia (ehem. Asia Mini Markt).

… in die USA: Ok, amerikanisches Essen – vor allem Burger – wird in Graz in etlichen Lokalen serviert. Deshalb hier nur einige wenige, die auch etwas abseits vom Fast Food servieren. Pastrami-Sandwiches – typisch für New York – gibt es bei Colibri Fine Art Streetfood im Kastner-Innenhof, Kirby’s serviert etwa Cajun Shrimps mit Polenta oder einen Burger mit Souther Buttermilk Fried Chicken, Freigeist in der Klosterwiesgasse hat neben großartigen Deluxe-Burgern auch exzellente Cheesecakes und üppigste US-Shakes im Programm. Wer supersüße Donuts liebt, kann zu Tasty Donuts in der Klosterwiesgasse schauen. Oder Pancakes mit Ahornsirup bei Granola am Bahnhof frühstücken. Und wer sich wirklich wie in einem US-Lokal irgendwo im mittleren Westen vorkommen will – Linedance inklusive! -, der fährt ins American Roadhouse in der Puchstraße.

… nach Vietnam: Drei Lokale haben in Graz vietnamesisches Essen. Den Anfang machte Vina am Grieskai, dann kam Nam am Jakominiplatz – ein kleines Standl, das mit Kross zusammengehört -, dann Mekong in der Grazbachgasse (ehemaliges Graba 42).

Essen in Thailand

Das neue Jahr hat begonnen und schon muss ich einen Vorsatz erfüllen – nämlich endlich wieder mehr Blogposts! Beginnen wir mit einem kulinarischen Rückblick auf unsere Reise im November. Die führte uns zwei Wochen lang durch Thailand und Kambodscha. Nach Hongkong und Macao im März schon die zweite Asien-Reise in nur einem Jahr. Nachdem es keine Einzelmeinung ist, dass die thailändische Küche die beste der Welt ist, haben wir uns ohne Rücksicht auf Schärfegrade durchgekostet. Manchmal kam bei jedem Bissen der Dampf aus den Ohren heraus, aber wir haben es eigentlich nie bereut.

Ein paar Must-trys für Thailand:

  • Papayasalat! Bei den heißen Temperaturen ein absolutes Muss, allerdings Vorsicht: Der erfrischende Salat aus grünen Papayas ist nur dann authentisch, wenn er höllenscharf ist.
  • Pad Thai. Der Klassiker für Touris, auch weil es ein sehr bekömmliches, nicht scharfes Gericht ist. Aber ohne Pad Thai sollte man nicht wieder heimfahren.
  • Currys, allen voran das Massaman Curry. Indisch-muslimisch-thailändische Fusionküche. Landete auf einer Liste der allerbesten Gerichte der Welt auf Platz eins.
  • Mango Sticky Rice. Die klassische Nachspeise Südostasiens.
  • Roti Sai Mai. Lokales Dessert aus Ayuttaya, besteht aus Palatschinken-artigen Fladen, in die Zuckerfäden eingerollt werden. Seltsam, aber sehr gut!
  • So ziemlich alles, was die Damen in ihren Garküchen so anbieten. Eines der besten Essen, das uns untergekommen ist, wurde M. im Zug serviert – im Plastiksackerl um 2 Euro.
  • Thai Craft Beer. In Thailand hat sich inzwischen eine gar nicht kleine Szene entwickelt. Neben den bei der Hitze immer wohltuenden Lagersorten Chang, Singha und Leo empfiehlt es sich, da einmal ein paar Schlücke zu wagen.
  • Frischen Fisch. An der Küste.
  • Abseits der Thaiküche gibt es vor allem im Bangkok natürlich auch andere tolle Asia-Lokale – japanisch, koreanisch … you name it.
  • Und für alle, die sich so etwas gerne leisten: In Bangkok befindet sich das beste Lokal Asiens laut der berühmten Pellegrino-Liste: Gaggan. Mehr dazu weiter unten!

Hier ein paar Bilder vom Essen in Thailand – weitere Reisefotos von mir gibt’s unter diesem Link hier.

 

Okay, jetzt aber zu Gaggan. Selten bin ich auf einen Restaurantbesuch so oft angesprochen worden, und das lag nicht nur daran, dass ich das gesamte Menü – das bestand nämlich ausschließlich aus Emojis!! – gepostet habe. Gaggan, benannt nach Chefkoch und Gründer Gaggan Anand, ist weltberühmt für seine zeitgenössische Interpretation von indischer Küche. Er hat die Molekularküche nach Asien gebracht und ein ganz eigenes Ding daraus gemacht, Lohn ist seit Jahren der Platz 1 auf der San-Pellegrino-Liste der besten Lokale von Asien und Nummer 7 weltweit.

Wer mehr über Gaggan Anand wissen will, sollte sich unbedingt die Chef’s Table-Doku auf Netflix ansehen. Dort erzählt er auch die Geschichte von seinem Signature Dish: Yogurt Explosion, das bekamen wir gleich als Gang Nummer zwei serviert. Was außerdem noch aus dieser unglaublichen Geschmacksreise durch Indien und mehr in Erinnerung bleibt: Ein Gang zum Auflecken („Lick it up“, samt eingespieltem Soundtrack), ein Mystery-Gang (die Blume stellte sich erst später als Ziegenhirn heraus, eine Spezialität in Indien!), ein unglaublich kreatives Spiel mit Traditionen und eine selten abwechslungsreiche Art des Anrichtens. Ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis, das ich aber sofort wiederholen würde! 🙂

JRE Chefs Roulette: Kärnten tauscht mit der Steiermark

„Rien ne va plus“ hat es am 11. Oktober 2017 in Top-Restaurants in ganz Österreich geheißen: 22 junge Spitzenköche und Mitglieder der Vereinigung Jeunes Restaurateurs d’Europe Österreich haben für einen Abend ihre Küchen getauscht und sind mit Sack und Pack, vor allem mit den besten Erzeugnissen ihrer Produzenten, zum Restaurant eines anderen Mitglieds gereist, um dort die Gäste zu verwöhnen.

Ich durfte den „JRE Chefs Roulette“ Abend im Restaurant der Familie Krainer in Langenwang (Mürztal, Steiermark) verbringen. Dort hat man zwar bis ganz zum Ende des Menüs dicht gehalten, wer denn der Gastkoch ist, aber wie man am Menü sieht, war es längst kein Geheimnis mehr, dass die Reise nach Kärnten gehen würde …

Thomas Gruber, der in Pörtschach am Wörthersee in einem Restaurant, das ganz einfach Gasthof von Thomas Gruber heißt, kocht, hatte für einen Abend mit Andreas Krainer getauscht. Ich denke, da kann man die Bilder durchaus für sich sprechen lassen:

Essen in Hongkong

Anfang März hat es uns für luxuriöse 10 Tage nach Hongkong gezogen. Gerade genug Zeit, um eine kleine Ahnung von dieser Wahnsinnsstadt zu bekommen. Um durch die Tempel voller Rauchschwaden zu streuen, in denen archaischen Göttern Zuckerl und Obst geopfert werden. Um sich das Einatmen zu verkneifen, wenn man durch Straßen voller Shops mit haufenweise getrockeneten Fischblasen spaziert. Um sich in den Unmengen von Menschen, die sich durch die Straßenschluchten zwängen, treiben zu lassen. Um per Rolltreppe die höher gelegenen Wohnviertel zu erreichen. Um die vielen Naturparadiese, die auch zu dieser Welthauptstadt des Kapitalismus gehören, zu Fuß zu erkunden. Und natürlich auch, um Hongkong, Südchina, Asien auf den Geschmack zu kommen.

Das ist zunächst einmal nicht so einfach. Typisch ist in Südchina nämlich die Chiuchow- Küche oder kantonesische Küche (Kanton ist der früher im Westen gebräuchliche Name für die Millionenstadt Guangzhou, gerade einmal 3 Stunden von Hongkong entfernt) ist die Frische der Zutaten, aber auch die Reinheit, Purheit des Geschmacks – und so bekamen wir meist für unseren Geschmack völlig fade Dinge serviert. Das galt auch für die für Hongkong so typischen Dim Sim, die kleinen Bissen, die auf Buffetwägen vorbeigeschoben werden. Auf die Tatsache, dass so wenig gewürzt wird, mussten wir uns erst einmal einstellen. Und dann war da die Sache mit dem Glibber – Chinesen lieben schleimige Konsitenzen, auch das ist nicht unbedingt unser Fall gewesen. Ein bisschen befremdlich, aber irgendwie lustig, ist der Küchenstil Soy Sauce Western, den man noch in älteren Traditionscafes bekommt: Dahinter verbergen sich westliche Gerichte, die von Chinesen auf ihre Art nachgekocht wurden. Darüber wundern wir uns wohl ebenso wie die Chinesen über das, was sie in Europa im Chinarestaurant so vorgesetzt bekommen …

Gewundert haben wir aus auch, als wir in die Filiale einer österreichischen Bäckerei gestolpert sind: Österreichisch war nur ein Poster von Hallstatt, in den Regalen war seltsam softes Brot mit Avocado- und Süßkartoffelgeschmack in Grün und Lila … Und dann gibt’s einige Lokale, bei denen die Optik offenbar mehr zählt als der Geschmack – Instagram sei dank: Aber um einmal ein Foto mit den Dim-Sum-Bällchen in Rosa mit dem lustigen Schweinsgesicht oder einer Zuckerwattewolke mit Augen drauf zu posten, pilgern viele Leute hin – auch ein Geschäftsmodell (auf das wir freilich auch reingefallen sind)!

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Daneben haben wir aber auch ziemlich fantastisch gegessen. Einerseits kantonesisch – aber auf Sterneniveau neu interpretiert in Form der X-treme chinese cuisine von Alvin Leung im Top-Lokal „Bo Innovation“ (mehr dazu in den Fotos weiter unten). Andererseits hatten wir unsere erste Begegnung mit der völlig zu Recht sehr hippen Nikkei-Küche – eine in Peru entstandene Fusion aus japanischem und peruanischem Essen. Und großartige Sushi 🙂 Und einen wundervollen Tee im legendären Peninsula Hotel.

Bo Innovation – Blue Menu

Zu Gast im „das anna“

Es sind nur noch drei Wochen, in denen man „das anna“ im Erzherzog Johann besuchen kann: Mit 25. Februar müssen Anna und Manuel Hofmarcher das Hotel verlassen, nachdem ihr Mietvertrag aufgekündigt wurde. Seit etwas mehr als zwei Jahren waren die Deutsche (die eigentlich Theaterwissenschaft studiert hat) und der Niederösterreicher (der bei Heinz Winkler, Alex Fankhauser, Lisl Wagner-Bacher und Thomas Dorfer sowie Didi Dorner gelernt hat) in der Grazer Sackgasse beheimatet.

Wie es der Zufall wollte, habe ich gerade kurz vor dem Zusperren einen Tisch für die ganze Familie zu einem besonderen Anlass reserviert. Andernfalls hätte ich auch was verpasst: Was Küchenchef Manuel auf die Teller zaubert, hat locker Zwei-Hauben-Niveau. Sehr aufwändig und perfekt gekocht, großartig inszeniert, modern, mit Augenmerk auf regionale Zutaten – ein wirklich tolles Menü.

Während das, was aus der Küche kommt, absolut tadellos ist, ist das Service wunderbar unperfekt: Chefin Anna hat das Handwerk nicht gelernt, und das merkt man auch. Das macht sie aber so gut wie möglich mit Einsatz, Charme und Witz wieder wett. Man sollte sich allerdings auf längere Wartezeiten abstimmen, da sie alles alleine macht. Das erklärt möglicherweise auch, warum das Lokal mit „nur“ 14 Punkten bzw. einer Haube bewertet wurde.

Nach der Beendigung ihres Mietverhältnissen sollen Anna und Manuel nun schon auf der Suche nach einem neuen Lokal sein. Und da das konservativ-klassische Ambiente des Erzherzog Johann nun eh nicht so gut zu den beiden zu passen scheint, kann es ja eigentlich nur besser werden. Alles Gute!

Besucht: Schmidhofer im Palais

Das Prato im Palais ist also nach sechs Jahren Geschichte, doch schon nächste Woche wird das 2-Hauben-Lokal das nächste Mal „aufpoppen“ – mit einem 14 Tage langen Gastspiel in der Hemingway Bar nämlich, bei dem ein Tribut an den guten alten Ernest aufgetischt wird.

Zeit aber auch, einmal Nachschau zu halten, was sich inzwischen in den alten Gemäuern des Palais Herberstein getan hat, seit es Magnolia-Koch Herbert Schmidhofer übernommen hat. Die gewagten Wandmalereien, die zwar cool aussahen, aber den Raum doch irgendwie erdrückt haben, sind klarem Weiß gewichen, die Einrichtung ist jetzt eine ganz klare, Bistro-mäßige mit grauen Stühlen. Tischdecken gibt’s keine, mit Deko wird äußerst sparsam umgegangen. So weit schon einmal ganz gelungen.

 

 

Auf der Karte steht Hausmannskost auf hohem Niveau – Lieblingsgerichte auf Hauben-Art neu interpretiert, was sicher eine gute Idee ist und wohl auch bei den internationalen Gästen gut ankommen wird. Die Speisekarte teilt sich nicht in Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise auf, sondern in die Kategorien „Heimat und Tradition“, „Schmidhofers Klassiker. Vertraut – kreativ“, „Vegetarisch – raffiniert“ (es gibt vier fleischlose Gerichte), „Süße Geheimnisse“ und – auch das eine Besonderheit  -„Pikante Versuchungen“ zum Dessert (da findet man den Käsegang und ein pikant-süßes Dessert namens „Goldeneye“ mit einer absolut köstlichen Gänseleber-Schoko-Praline).

Zu bemängeln gibt es da eigentlich wenig, es war Gang für Gang ein Vergnügen. Das hat natürlich seinen Preis – der Rehrücken kostet etwa 29,50; ein (nicht getestetes) Schnitzerl gibt’s um 19,50; die Beef Tartare-Torte ist mit 24 Euro auch eine recht teure Vorspeise (aber hey, dafür sind Trüffel und Kaviar mit von der Teller-Party). Das Verhältnis zwischen Preis und Leistung ist aber kein schiefes. Service und Weinkarte auch schwer ok!

Schmidhofer im Palais
Sackstraße 16
8010 Graz

T 0676 4200848
www.schmidhoferimpalais.com

Öffnungszeiten
Montag – Freitag
Küche von 11:30 – 14:00 und 17:30 – 21:30 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag geschlossen

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