Steirischer Kürbiskoch

Kürbisgemüse a la Steiermark: Unter einem „Koch“ versteht man hier nämlich nicht nur einen Speisenzubereiter, sondern auch eine Art Brei – und tatsächlich wird für den Kürbiskoch der „Plutzer“, wie man ihn auch in der Steiermark nennt vor dem Kochen noch gerieben, wodurch er eine matschige, gatschige Konsistenz erhält. Was das Gericht geschmacklich außerdem ausmacht, ist die Kombination mit Sauerrahm, der dem Kürbis etwas von der Süße nimmt.

Servieren kann man das Kürbisgemüse als vegetarisches Gericht mit Erdäpfeln (vegane Variante mit veganem Sauerrahm) oder als Beilage zu Geselchtem, Krainer-Wurst …

kuerbiskoch (1)

Für zwei Portionen: 500 Gramm Kürbis (ganz typisch würde man den Ölkürbis verwenden, aus dessen Kernen das Kernöl gepresst wird, aber es funktioniert mit jeder Kürbissorte) schälen, Kerngehäuse mit einem Löffel entfernen. Das Kürbisfleisch in größere Stücke schneiden, mit einer Reibe grob raspeln. In eine Schüssel geben, mit Salz bestreuen, mit den Händen einmal durchkneten und eine Viertelstunde bis halbe Stunde rasten lassen, damit der Kürbis entwässert wird. Danach gut auspressen – am besten funktioniert das mit einem Tuch, aber einfach mit den Händen geht’s auch.

kuerbiskoch (2)

Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen, 1 kleine Zwiebel fein hacken und darin glasig andünsten. Eine Knoblauchzehe (fein gehackt) dazu geben. Dann den Kürbis in die Pfanne dazu geben, kurz mitdünsten, mit 200 ml Rindersuppe (vegetarisch: Gemüsesuppe) aufgießen, 5-10 Minuten garen lassen. Gemüse mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß, Kümmel und Muskatnuss würzen.

3 EL Sauerrahm mit 1 EL Mehl glattrühren, mit etwas Zitronen-Abrieb unter das Gemüse mischen.

Beim Anrichten mit etwas Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen garnieren.

Gröstl mit Eierschwammerln

Ein Gröstl ist eigentlich ein superes Essen, das man viel zu selten macht. Man braucht nicht viele Zutaten (Erdäpfel, Zwiebeln, Öl/Butter/Butterschmalz plus Speck, Wurstreste und/oder einfach nur Gemüse, eventuell noch Ei) und es ist sehr einfach zu machen. Ein klassisches österreichisches Restlessen, das in diesem Fall aus Frühkartoffeln, Eierschwammerln (Pfifferlingen) und Frühlingszwiebeln mit ein paar Kräutern bestand.

Das nur ganz leicht abgewandelte Rezept stammt aus „Österreich Vegetarisch„: Das Buch hat wieder einmal nicht enttäuscht!

groestl

Für 4 kleine Portionen: 6-8 Erdäpfel kochen, ausdampfen lassen (kann man auch am Vortag machen). In Scheiben schneiden. Die Erdäpfelscheiben in einer großen Pfanne in etwas Öl (oder Butter/-schmalz) anbraten, bis sie schon leicht knusprig sind. Aus der Pfanne nehmen, Rückstände entfernen.

1 Zwiebel schälen und grob schneiden, in Öl anbraten. 300 g geputzte Eierschwammerln (Pfifferlinge) dazugeben und ca. 10 Minuten mitbraten. Mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen.

Erdäpfelscheiben grob zerkleinern, zu den Schwammerln geben und weiter mitbraten. Abschmecken und mit Kräutern (Schnittlauch und Petersilie) vermischen.

Wer mag, kann jetzt noch ein versprudeltes Ei darüber schütten und stocken lassen.

Am Teller anrichten, mit in Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln und noch mehr Schnittlauch bestreuen.

 

Grüner Salat ist ein Muss dazu! Und Kernöl die Krönung!

Tiroler Kaspressknödel

Neulich ging für ein paar Tage ins Tiroler Zillertal zu einer Familienfeier. Das Wetter hat zwar nicht zum Wandern gepasst, aber dafür haben wir uns umso mehr durch die Zillertaler Spezialitäten gekostet: Ofenleber, Zillertaler Krapfen, … Es war recht üppig, wie man sich vorstellen kann. Aus der Erlebnissennerei habe ich mir dann ein etwas ganz Typisches aus der Region mitgebracht: Graukäse. Das ist so ziemlich dasselbe wie „unser“ Murtaler Steirerkäs – ein magerer Sauermilchkäse, der lange reift und ziemlich gewöhnungsbedürftig riecht. (Und den man sofort wegschmeißen würde, wüsste man nicht, dass er so aussehen soll.)

Verarbeitet habe ich ihn zu Kaspressknödeln, einem seehr deftigen Essen aus Südtirol – Semmelknödel mit viiel Käse, die normalerweise gern auf Skihütten in einer Suppe serviert werden. Aber auch daheim mit Salat super schmecken. Die Knödel heißen übrigens Pressknödel, weil sie aus der runden Kloß-Form in flache Laibchen gepresst werden.

Tiroler Kaspressknödel

Für ca. 6 Knödel 300 g Knödelbrot (Semmelwürfel) in eine große Schüssel füllen. 200 g Graukäse hineinbröseln. 100 g Bergkäse (klein geschnitten) dazugeben. Gut durchmischen.

1 Zwiebel in etwas Butterschmalz glasig dünsten, 1 kl. Bund Petersilie (fein geschnitten) und 1 Knoblauchzehe (fein gewürfelt) dazugeben und etwas mitdünsten. Zwiebelmischung zum Knödelbrot geben.

2 Eier mit 200 ml Milch, Salz und Pfeffer verrühren, ebenfalls zur Brotmischung geben. Alles gut vermischen und festdrücken, damit sich das trockene Brot mit der Flüssigkeit vollsaugen kann. 15 Minuten ziehen lassen.

Mit nassen Händen Knödel formen und flach drücken. In heißem Butterschmalz braten. Und dann, wie oben erwähnt, in Suppe oder mit Salat servieren.

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