Essen in Kambodscha

Nach Thailand nun also Kambodscha. Das Land der Khmer – oder das, was nach den vielen Kriegen davon noch übrig ist, besuchen offenbar die meisten Touristen nur ganz kurz als Abstecher von Laos, Vietnam oder Thailand. Ein, zwei Tage in Angkor Wat, mehr widmen viele Besucher dem Land nicht. Dabei hat es aber einiges zu bieten, auch kulinarisch: Die kambodschanische Küche ist eine feine Mischung aus Einflüssen der umliegenden Länder und lange nicht so scharf wie in Thailand.

Allgegenwärtig sind etwa frische Frühlings- bzw. Sommerrollen, die statt Koriander meist den vietnamesischen Koriander beinhalteten.

Gegessen haben wir vor allem zwei Nationalgerichte: Fisch Amok – ein traditionelles Khmer-Fischcurry mit einer feinen, sämigen Sauce mit viel Zitronengras, serviert oft im Bananenblatt-Körbchen. Am öftesten zugelangt haben wir bei Beef Lok Lak, ein Rindfleischgericht, das aus Vietnam übernommen wurde. Dafür wird das Rindfleisch in dünne Streifen geschnitten und mit Pfeffer, Zucker und Limettensaft mariniert, scharf angebraten und in einer Sauce aus Fischsauce und Pfeffer geschwenkt. Dazu gibt es einen Pfeffer-Limetten-Dip, Und natürlich Reis, das ist in Südostasien natürlich die wichtigste Beilage (auch wenn man in den Touristenlokalen auch oft Pommes bekommt).

Apropos Pfeffer: Der wunderbare Pfeffer aus Kampot ist eine der wichtigsten Exportgüter aus Kambodscha und auch hierzulande erhältlich.

Probieren sollte man auch einmal Kralan, eine traditionelle Süßspeise, die es oft bei Straßenküchen gibt: Kralan ist Sticky Rice, der mit Zucker, Kokosfleisch und roten Bohnen im Bambusrohr auf offenem Feuer gegart wird.

 

 

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Essen in Thailand

Das neue Jahr hat begonnen und schon muss ich einen Vorsatz erfüllen – nämlich endlich wieder mehr Blogposts! Beginnen wir mit einem kulinarischen Rückblick auf unsere Reise im November. Die führte uns zwei Wochen lang durch Thailand und Kambodscha. Nach Hongkong und Macao im März schon die zweite Asien-Reise in nur einem Jahr. Nachdem es keine Einzelmeinung ist, dass die thailändische Küche die beste der Welt ist, haben wir uns ohne Rücksicht auf Schärfegrade durchgekostet. Manchmal kam bei jedem Bissen der Dampf aus den Ohren heraus, aber wir haben es eigentlich nie bereut.

Ein paar Must-trys für Thailand:

  • Papayasalat! Bei den heißen Temperaturen ein absolutes Muss, allerdings Vorsicht: Der erfrischende Salat aus grünen Papayas ist nur dann authentisch, wenn er höllenscharf ist.
  • Pad Thai. Der Klassiker für Touris, auch weil es ein sehr bekömmliches, nicht scharfes Gericht ist. Aber ohne Pad Thai sollte man nicht wieder heimfahren.
  • Currys, allen voran das Massaman Curry. Indisch-muslimisch-thailändische Fusionküche. Landete auf einer Liste der allerbesten Gerichte der Welt auf Platz eins.
  • Mango Sticky Rice. Die klassische Nachspeise Südostasiens.
  • Roti Sai Mai. Lokales Dessert aus Ayuttaya, besteht aus Palatschinken-artigen Fladen, in die Zuckerfäden eingerollt werden. Seltsam, aber sehr gut!
  • So ziemlich alles, was die Damen in ihren Garküchen so anbieten. Eines der besten Essen, das uns untergekommen ist, wurde M. im Zug serviert – im Plastiksackerl um 2 Euro.
  • Thai Craft Beer. In Thailand hat sich inzwischen eine gar nicht kleine Szene entwickelt. Neben den bei der Hitze immer wohltuenden Lagersorten Chang, Singha und Leo empfiehlt es sich, da einmal ein paar Schlücke zu wagen.
  • Frischen Fisch. An der Küste.
  • Abseits der Thaiküche gibt es vor allem im Bangkok natürlich auch andere tolle Asia-Lokale – japanisch, koreanisch … you name it.
  • Und für alle, die sich so etwas gerne leisten: In Bangkok befindet sich das beste Lokal Asiens laut der berühmten Pellegrino-Liste: Gaggan. Mehr dazu weiter unten!

Hier ein paar Bilder vom Essen in Thailand – weitere Reisefotos von mir gibt’s unter diesem Link hier.

 

Okay, jetzt aber zu Gaggan. Selten bin ich auf einen Restaurantbesuch so oft angesprochen worden, und das lag nicht nur daran, dass ich das gesamte Menü – das bestand nämlich ausschließlich aus Emojis!! – gepostet habe. Gaggan, benannt nach Chefkoch und Gründer Gaggan Anand, ist weltberühmt für seine zeitgenössische Interpretation von indischer Küche. Er hat die Molekularküche nach Asien gebracht und ein ganz eigenes Ding daraus gemacht, Lohn ist seit Jahren der Platz 1 auf der San-Pellegrino-Liste der besten Lokale von Asien und Nummer 7 weltweit.

Wer mehr über Gaggan Anand wissen will, sollte sich unbedingt die Chef’s Table-Doku auf Netflix ansehen. Dort erzählt er auch die Geschichte von seinem Signature Dish: Yogurt Explosion, das bekamen wir gleich als Gang Nummer zwei serviert. Was außerdem noch aus dieser unglaublichen Geschmacksreise durch Indien und mehr in Erinnerung bleibt: Ein Gang zum Auflecken („Lick it up“, samt eingespieltem Soundtrack), ein Mystery-Gang (die Blume stellte sich erst später als Ziegenhirn heraus, eine Spezialität in Indien!), ein unglaublich kreatives Spiel mit Traditionen und eine selten abwechslungsreiche Art des Anrichtens. Ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis, das ich aber sofort wiederholen würde! 🙂

Essen in Kopenhagen

Anfang Juni ging es für ein paar Tage in die Hauptstadt von Dänemark, jenem Land, das anscheinend so vieles besser macht als wir, vor allem was Nachhaltigkeit angeht … Kopenhagen gilt als ganz großes Vorbild für eine fahrradfreundliche Stadt – wie viele Leute dort am Bike unterwegs sind, glaubt man erst, wenn man es gesehen hat. Und auch beim Thema Lebensmittelverschwendung hat sich in Dänemark viel getan – der gebürtigen Russin Selina Juul und ihrer Bewegung ist es gelungen, 25 Prozent (!) der Lebensmittelabfälle zu reduzieren (eine Doku dazu gibt’s noch 25 Tage lang auf arte.tv nachzusehen).

Nicht nur beim Vermeiden von Abfällen, auch beim Produzieren von tollem Essen sind die Dänen ganz weit vorn – das weiß die Welt spätestens seit den regelmäßigen Top-Platzierungen von René Redzepi und seinem Noma. Das soll übrigens noch heuer im Norden des Freistaats Christiania neu aufsperren. Einen Besuch im Noma hätten wir uns aber wohl eh nicht so leicht leisten können, stattdessen wichen wir auf eines der Restaurants aus, die von den vielen Noma-Schülern aufgesperrt wurden: Aus der Noma-Küche sind ja längst einige weitere Spitzenköche mit eigenen Lokalen hervorgegangen. Einer davon ist Christian Puglisi mit dem Relæ (Platz 39 der World’s best 50 Restaurants) im Stadtviertel Nørrebro.

Der Besuch dort war freilich eines der ganz großen Highlights bei unserem Städtetrips. Es war aber natürlich auch eines der teuersten Restaurants, das wir je besucht haben … Von den unreifen, grünen Erdbeeren mit Frischkäse am Anfang bis zum Pilz-Karamell-Sandwich zum Dessert: Was wir im Menü Relæ Experience serviert bekommen haben, war so wunderschön und in seiner Schlichtheit so unglaublich raffiniert, dass ich mich an dieses Essen sicher noch lange gerne erinnern werde. Die Einrichtung ist skandinavisch schlicht mit viel Holz und ganz simpel, aber sehr gemütlich, das Service herausragend, die Weinkarte fantastisch – mit viiel Naturwein.

Fotos: Relæ

 

Und sonst? Haben wir es uns gut gehen lassen und versucht, nicht allzusehr auf die (teils doch ziemlich empfindlich teuren) Rechnungen zu schauen, es waren ja nur ein paar Tage … Unbedingt kosten sollte man På brød bzw. Smørrebrød (wörtlich „Butterbrot“) – das ist ein offenes Riesen-Sandwich auf köstlichem Roggenbrot, belegt mit allerlei frischen Zutaten wie Fisch, Hummer, Krabben, Roastbeef … In sind, wie ja fast überall, gerade Naturwein und Craft Beer. Eine nette Sache zum Durchgustieren ist auch der permanente Street Food Market auf der „Papierinsel“ Papirøen.

Fotos: Copenhagen Street Food & mehr …

Durchgekostet: Istanbul

So, der Herbst hat begonnen, die Grazer Erde hat uns wieder und die Eingewöhnungszeit ans richtige Leben ist auch langsam vorbei. Zeit, endlich nach der bislang längsten Blog-Pause von mehr als sechs Wochen auch wieder etwas hier reinzuschreiben. Und was eignet sich da besser als ein Reisebericht – schließlich kann man dabei auch noch ein bisschen in Urlaubserinnerungen schwelgen. 🙂

Heuer im August war es also Istanbul. Wir besuchten einen Freund, der den Sommer über mit einem Künstlerstipendium in der Stadt verbracht hat, für mich war es das zweite Mal Istanbul, für M. das erste Mal. Und (auch dank der neuen Flug-Direktverbindung Graz-Istanbul) ganz, ganz bestimmt nicht das letzte Mal. So ein wunderbarer Schmelziegel aus Ost und West und Tradition und Moderne, riesengroß und unglaublich spannend, und nur zwei Flugstunden entfernt.

Istanbul, gesehen vom SALT

Istanbul, gesehen vom SALT

Aber nicht nur kulturell und historisch hat die Stadt viel zu bieten, ihr ahnt es schon. Das Essen ist unglaublich gut.

Hier ein paar der Lokale, in denen wir gegessen haben und die wir sehr gern weiterempfehlen:

  • Marmelat ist ein kleines Café ganz in der Nähe des Galata-Turms – und lag genau gegenüber des Apartments, in dem wir gewohnt haben. Wir haben fast täglich dort gefrühstückt: Es war alles ausgezeichnet. Und: Es gibt wunderbaren Meinl-Kaffee!
  • Canım Ciğerim ist ein winziges Fast-Food-Lokal, das sich auf ein Gericht spezialisiert hat: Shish Kebap, also Spieße. Die gibt’s in den Sorten Leber („Canım Ciğerim“ heißt wohl so etwas wie „meine Leber, meine Liebe“), Rind und Huhn. Dazu werden dann weiche Fladenbrote, gehackte Paradeiser mit Kräutern, Spinat, rohe Zwiebeln, Petersilie, Minze und Gemüse serviert, daraus bastelt man sich eine Art Wrap. Schmeckte sehr, sehr gut! Adresse: Minare Sokak No.3, Beyoğlu – es gibt aber auch weitere Filialen.
  • Refik ist ein legendäres türkisches Bohème-Lokal, ganz in der Nähe der Istiklal, das seit den 50er Jahren unverändert scheint. Die Wände sind voll mit Zeitungsausschnitten und Fotos des Besitzers mit Prominenten. Das Essen ist traditionell türkisch, besonders gut war die große Auswahl an Mezze – die Kellner bringen die Teller zum Aussuchen auf riesigen Tabletts an den Tisch.
  • Mikla gehört zu den hundert besten Restaurants dieses Planeten – übrigens für uns das erste Mal, das wir eines der Liste besuchen durften. Total überwältigend ist schon einmal die Aussicht: Man nimmt auf der Dachterrasse des Marmara Pera Hotels im 18. Stockwerk Platz und hat eine atemberaubende Aussicht über Galata, die historische Halbinsel mit ihren Moscheen und das Marmarameer. Die Küche definiert sich als neue anatolische Küche, also traditionelle Küche neu interpretiert. Wir hatten das Degustationsmenü, mit einer (großzügig eingeschenkten!) Weinbegleitung aus rein anatolischen Weinen. Und: Es war der Hammer. In der Fotoserie mehr dazu!
  • Heisenberg. Die hippste Gegend von Istanbul ist derzeit Karaköy, wo sich die Stadt ein bisschen in Brooklyn/Williamsburg verwandelt: Alte Garagen und Werkstätten werden zu Lokalen und originellen Geschäften, Hipster durchstreifen die Straßen, es ist alles sehr, sehr nett – und wird wohl auch bald der Gentrifizierung zum Opfer fallen. Eines der Lokale, das wir zielstrebig anvisiert haben, ist das Heisenberg. Der Name erinnert euch nicht nur an Physikstunden? Richtig, es ist ein Breaking-Bad-Themenlokal (!). Ein Schutzanzug mit Gasmaske hängt an der Wand, auf der anderen Seite ein Pollos-Hermanos-Kübel, als Tischdeko gibts Pipetten – und auf der Karte hauptsächlich (ganz ordentliche) Burger. Man hätte es vielleicht sogar ein bisschen origineller/originalgetreuer machen könnten (Los Pollos Hermanos! Und Cornflakes!), aber dennoch ganz nett.
  • Dandin, eine Ecke weiter vom Heisenberg gelegen, ist eine zuckersüße Konditorei ganz im türkis-weißen Fünfziger Jahre Stil gehalten. Köstlich war das Tahini-Eis, und das Ungetüm aus Pudding-Erdbeer-Kuchen hat auch toll ausgeschaut. Hier könnte man Stammgast werden, würde man in dieser wunderbaren Stadt leben.

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