Linguine mit Halloumi und Pilzen

Viele kennen das sicher auch – irgendwann, wenn man sich endlich zum Aufräumen durchgerungen hat, stößt man auf einen ganzen Stapel aus irgendwelchen Zeitschriften herausgerissene, längst vergessene Kochrezepte. Nun, ich schmeiße einfach ungern Dinge weg, deshalb habe ich diese nun neu sortiert, einige aussortiert, und mache mich daran, wenigstens ein paar davon nachzukochen. Die einfachen natürlich eher als die komplizierten (ich sage nur „Kalbsbries Rumohr“ nach Eckart Witzigmann …). Sehr einfach und deshalb mit hohem Nachkochfaktor ist das hier: Nudeln mit knusprig gebratenem Halloumi („Quietschekäse“) und Champignons in einer Rahmsoße. Watscheneinfach und sehr gut – und wird deshalb gleich ins öffentliche Kochbuch aufgenommen!

Für zwei Portionen: Eine halbe Packung Halloumikäse in kleine Würfel schneiden. In einer Pfanne mit etwas Öl knusprig braten – das dauert ein bisschen und verträgt durchaus größere Hitze.

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Darin werden dann die Nudeln – 200-250 Gramm Linguine oder Spaghetti – gekocht.

250 g Pilze (Champignons, Kräuterseitlinge …) säubern, Enden abschneiden und in gleichmäßige Stücke schneiden. In einer zweiten Pfanne mit etwas Öl anbraten, dann noch eine Knoblauchzehe, fein gewürfelt, mitbraten und Thymianzweige dazulegen.

Während die Nudeln kochen, einen Schöpfer Nudelwasser (besser als Leitungswasser – wegen der Stärke!) zu den Pilzen geben, einen halben Becher Sauerrahm (Originalrezept: Creme fraiche) einrühren. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken, die fertigen und abgetropften Nudeln dazugeben.

Alles mit dem Halloumi servieren, wer mag, gibt noch ein paar geröstete Walnüsse darüber. Grünen Salat dazu und fertig ist das schnelle Mittagessen!

Mujadarra (arabischer Linsen-Reis)

Sehr simpel und sehr köstlich, dazu günstig und dann auch noch vegan: Die einzige Schwierigkeit an diesem beliebten arabischen Gericht ist, dass man einen Haufen Gewürze benötigt. Wenn man das eine oder andere weglässt, ist es aber auch nicht so tragisch – schließlich gibt es hier unzählige Varianten, wie bei jedem Klassiker.

Der Clou sind freilich die Röstzwiebel – hier lohnt es sich, gleich ein bisschen mehr zu machen und sie beispielsweise für ein Erdäpfelpüree zu verwenden.

Noch eine etwas grauslige Info zu Mujadarra: Das Wort heißt übersetzt in etwa „pockennarbig“ – die Linsen im Reis erinnern offenbar an betroffene Haut …

Arabischer Linsenreis mit Röstzwiebeln

Arabischer Linsenreis mit Röstzwiebeln

Für vier Portionen: Zuerst die Röstzwiebeln zubereiten. Dafür eine große gelbe Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden oder hobeln. In einer Schüssel mit einer Prise Salz, mit 1 Prise Kristallzucker, 5 EL Mehl und 1 EL edelsüßem Paprikapulver vermischen. In einem kleinen Topf ein paar fingerhoch Rapsöl (oder Sonnenblumenöl) stark erhitzen und Zwiebelringe darin in mehreren Portionen knusprig frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und leicht salzen.

200 g Reis nach Packungsanleitung nicht ganz fertig kochen (knapp 9 Minuten sollten reichen). 200 g Linsen ebenfalls nach Anleitung zubereiten – je nach Sorte dauert das ev. länger als der Reis, wenn man vorgegarte aus der Dose verwendet, braucht man sie natürlich nur zu erhitzen. 2 Knoblauchzehen fein hacken und in Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Temperatur anbraten. Jetzt kommen die Gewürze (alle gemahlen) dazu: 2 TL Koriander, 1/2 TL Kurkuma, 1/2 TL Muskat, 1/2 TL Nelken und 2 TL Zimt (andere Rezepte verwenden u.a. auch Piment, Kreuzkümmelsamen und/oder Kardamom). Eine Minute weiterbraten, dann 2 TL Rohrohrzucker unterrühren. Jetzt kommen Reis und Linsen dazu und werden mit 150 ml Wasser fertig gegart. Das ganze noch weitere 5 Minuten offen weiterköcheln lassen, mit Salz abschmecken.

Servieren mit gehackter Petersilie (oder gerne auch Dill), den Röstzwiebeln und frisch gemahlenem Pfeffer.

Kimchi-Pancakes

Viele Gerichte, die einfacher und schneller zu machen sind als Pancakes, Pfannkuchen, Palatschinken und alle Variationen, gibt es wohl nicht. Die koreanische Variante Kimchi Buchimgae, knusprig gebackene Pancakes, wird mit köstlichem Kimchi – der ostasiatischen Variante des Sauerkraut – noch einmal richtig raffiniert. Einfach und schnell bleibt es – die Voraussetzung ist aber natürlich, dass man Kimchi zuhause hat.

Der Clou bei diesem Gericht, das ich auf der Seite mykoreankitchen.com gefunden habe, ist aber die Sauce aus Sojasauce, Reisessig und Zucker – und spätestens damit ähnelt das Gericht natürlich sehr den Kimchi-Omelettes, die ich hier schon einmal veröffentlicht habe, auch die wurden mit einer Essig-Sojasauce serviert.

Also: Worauf warten wir noch?

kimchi palatschinke (3)

Kimchi Buchimgae

Anm.: Das amerikanische Rezept verwendet als Maße Cups (ca. 235 ml), da das mit dem Abmessen hier nicht allzu genau sein muss, habe ich einfach ein Viertelliterglas genommen und nicht ganz voll gemacht.

Teig für 4-5 Pancakes: In einer mittelgroßen Schüssel 2 1/2 Cups Mehl (Weizen oder Dinkel), 2 1/2 Cups Wasser, ein Ei und eine Prise Salz zu einem Teig verarbeiten. 2 Cups Kimchi plus einen Extra-Esslöffel der Flüssigkeit einrühren (falls es sehr grob ist, vorher noch in Stücke schneiden). Alles gut vermischen und kurz stehen lassen, währenddessen eine große Pfanne mit etwas Pflanzenöl erhitzen.

Sauce: Je vier Esslöffel Reisessig, Sojasauce, Wasser und 2 Esslöffel Rohrrohzucker vermischen. Die Sauce kann man auch zB am Vortag vorbereiten, dann einfach alles in ein Glas geben und in den Kühlschrank stellen, der Zucker löst sich durch die Säure von selbst auf. Wenns schneller gehen soll, am besten kurz erhitzen und aufkochen lassen, dann wieder abkühlen lassen. Die Sauce kann man noch mit Chilis und oder Frühlingszwiebelringen aufpeppen.

Nun die Pancakes einen nach dem anderen mit dem Öl in der Pfanne backen – bei großer Hitze je einen Schöpfer Teig in der Pfanne verteilen und knusprig anbacken lassen, nach ca. 2 Minuten auf mittlere Hitze reduzieren, weiterbacken lassen und wenden, sobald der Teig so gut wie fest ist. Eventuell warm halten.

Wenn man die Pancakes als Fingerfood serviert, in Stücke schneiden, oder sonst auch im Ganzen servieren. Mit der Sauce beträufeln – und genießen!

Maissalat mit Koriander, Chili, Limette und Parmesan

maissalat mälzerMais, oder „Woaz“, wie er hier in der Steiermark auch genannt wird, wird doch irgendwie unterschätzt, oder? Angebaut wird er hierzulande in rauen Mengen, aber vor allem als Futtermittel. Auf den Tisch kommt meistens die praktische Variante aus der Dose, und das nur als eine von vielen Zutaten im Salat oder im Chili. Maiskolben im Ganzen werden höchstens mal als Grillbeilage angeboten.

Nachdem ich keinen Griller habe (Balkon-Grill-Verbot in Graz!) und ganze vier schöne Maiskolben im Kühlschrank, machte ich mich auf die Suche nach einem Gericht, in dem dem Mais endlich mal eine Star-Rolle zukommt. Fündig wurde ich in der Rezeptsammlung der ARD, bei einem Rezept für Maissalat aus Tim Mälzers Sendung. Der Mais im ganzen gekocht und dann als Salat mit Koriander, Frühlingszwiebeln, Chili und Limettensaft serviert.

Für vier Teller: Blätter und „Haare“ von den vier Maiskolben entfernen, Maiskörner mit einem Messer herunter schneiden. 2 Knoblauchzehen schälen und fein würfeln. 1-2 Chilischoten von den Kernen befreien und fein schneiden.

Ca. 1 EL Butter in einer großen Pfanne schmelzen lassen, Knoblauch dazugeben und kurz anbraten, Chili und Mais dazugeben und anbraten, bis der Mais leicht Farbe bekommt.

2-3 Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden, da kann gerne viel vom Grün dabei sein. 1 kl. Bund Koriandergrün waschen und grob hacken.

Mais mit Knoblauch und Chili in eine Salatschüssel geben, mit Salz und dem Saft einer halben Limette abschmecken. Frühlingszwiebel und Koriander darüberstreuen, und dann noch nach Geschmack Parmesan darüber reiben.

Orechiette mit Grünkohl und Salsiccia

Ein schnelles, einfaches und deftiges Pasta-Rezept, bei dem das pikante Brät aus Salsiccia-Würsten mit Grünkohl kombiniert wird.

orechiette

Für zwei Teller: Zuerst einen Bund Grünkohl gründlich waschen und Strünke entfernen. In einem großen Topf mit heißem Salzwasser kurz blanchieren, herausnehmen und mit kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen. (Das Kochwasser könnte man gleich zum Nudelkochen weiterverwenden).

Brät aus zwei Salsicca-Würsten drücken und in einer Pfanne mit etwas Öl anbraten.

Ca. 250 Gramm Nudeln (hier: Orecchiette) nach Packungsanweisung kochen.

2 Knoblauchzehen schälen und hacken, zur Wurst geben. 1-2 Esslöffel Senf ebenfalls zur Wurst geben. Grünkohl in Streifen schneiden und auch in die Pfanne dazugeben. Mit einem halben Becher Schlagobers und fallweise etwas (Koch-)Wasser aufgießen, mit Salz, Pfeffer und vielleicht etwas Chili würzen.

Nudeln zur Sauce geben und gleich servieren.

Brigitte Zander

Dieses schöne Rezept hier hat von mir schon einen schönen Spitznamen bekommen: Brigitte Zander, das klingt wie, nur die älteren Österreicher werden’s noch wissen, die legendäre Ö3-Stimme Brigitte Xander. Bei dem Gericht handelt es sich aber ganz einfach nur um ein Zander-Rezept, das ich auf brigitte.de gefunden und vorerst wieder verloren hatte. Erst als beim Googlen, als plötzlich ein Foto von Brigitte Xander kam, ist mir das Ganze aufgefallen.

Brigittes Zander ist jedenfalls einer, der mit orientalisch mariniertem Karfiol (Blumenkohl) begleitet wird. Nicht schlecht! Hätte der (leider viel zu früh verstorbenen)  Frau Xander vielleicht auch geschmeckt.

brigitte zander

Für 2 Portionen: 2 kleine Köpfe Karfiol in Röschen zerteilen und ca. 15 Minuten dämpfen. Währenddessen eine Dose Kichererbsen (Füllgewicht ca. 240 g) abtropfen lassen. Die Kichererbsen dürfen dann die letzten 5 Minuten mit dem Karfiol mitdämpfen, damit sie heiß, aber noch knackig sind.

Eine Marinade aus 3 EL Zitronensaft und 4 EL Olivenöl, 1 TL Ras-El-Hanout, 1 Prise Chiliflocken, Salz und Pfeffer zubereiten. 4-5 getrocknete Marillen (Aprikosen) in kleine Stücke schneiden, ein paar Stiele Minze und Dill fein hacken.

Sobald der Karfiol fertig ist, noch heiß in einer Schüssel mit der Marinade überziehen, mit Marillenstücken und Kräutern vermengen.

Zwei Zanderfilets kräftig mit Salz und Pfeffer würzen, auf der Hautseite in Olivenöl bei starker Hitze 3-4 Minuten abraten, kurz zugedeckt nachgaren lassen. Und dann natürlich zusammen anrichten.

Kohlrabi-Carpaccio mit Tunfisch

Das ist jetzt die etwas rustikalere Form des eleganten Kohlrabi-Carpaccios mit Prosciutto und Zitronen-Minz-Dressing: Hier wird das Gemüse natürlich ebenso ganz dünn gehobelt, oben drauf wird es mit einer rasch zusammengemantschten Sauce aus ein bisserl Tunfisch, ein bisserl Joghurt und ein bisserl Sauerrahm gekrönt, dann kommt noch ein wenig Gemüse – Tomaten, Kapern, Sellerie – dazu, fertig. Ein feines, schnelles, größtenteils gesundes Abendessen! Als Vorspeise auch recht gut geeignet, denke ich.

Rezept braucht’s hier eh nicht wirklich eines, aber trotzdem:

kohlrabi carpaccio

Für 2 Portionen: Einen halben Kohlrabi in feine Scheiben hobeln und ziegelförmig auf einem Teller anrichten. Eine Dose Tunfisch abtropfen lassen, Fisch in eine Schüssel geben, mit 5 EL Sauerrahm und 3 EL Joghurt (gaanz ungefähr) verrühren, mit Salz und Pfeffer und etwas klein gehackter Petersilie würzen.

Tunfischsauce auf dem Kohlrabi in der Mitte anrichten, ein paar Tomatenstücke oder -scheiben drüber, ein paar Oliven und Kapern und, wer mag, noch ein wenig Stangensellerie in kleinen Stückchen und Petersilie darüberstreuen, mit Olivenöl beträufeln, fertig!

Dazu: Weißbrot oder Toastbrot.

Lachs mit Zoodles aglio e olio

So ein, zwei Jahre nach dem großen Trend haben wir sie nun auch endlich mal ausprobiert: Zoodles, Zucchini Noodles, sind ja das Lieblingsessen der Low-Carb-Fanatiker – und das nicht von ungefähr: Sie sind, zumindest mit dem richtigen Gerät, sehr einfach herzustellen, schauen fast aus wie Nudeln und werden auch so gegessen – mit guter Pasta-Sauce.

Für das Zucchininudel-Schneiden haben wir den Julienne-Einsatz des „Küchenprofi“-Gemüsehobels verwendet, der nur für Großschneideaufträge zum Einsatz kommt. Mit dem ging das sehr schnell – nur eine Fingerkuppe des Liebsten musste daran glauben.  😮

zoo

Für zwei bis drei Portionen: eine mittelgroße Zucchini in feine Spaghetti-Nudeln hobeln (wir haben sie nicht geschält, weil das Grüne ja ganz hübsch aussieht – wer den optischen Effekt von richtigen Spaghetti erzielen will, sollte sie aber schälen). Und nun kann man sie wie gekochte Nudeln zubereiten – wie hier eben als aglio olio e peperoncino: 2 Knoblauchzehen, ganz fein gehackt, in 2-3 EL gutem Olivenöl anbraten, 1-2 Chilischoten, ebenfalls feingehackt, dazugeben. Dann kommen auch schon die Zoodles hinein, werden 2,3 Minuten mitgebraten (so bleiben sie noch „al dente“) und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Mit geriebenem Parmesan und gehacktem Basilikum vermischen.

Dazu perfekt: Ein schönes Stück Lachsfilet, kurz angebraten.  Die Zoodles schmecken aber auch ohne – und sind dann freilich sogar vegan!

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