Aufsteirern kulinarisch

Es gibt viele Gründe, das Aufsteirern, das jährliche Riesenfest der steirischen Volkskultur zu mögen. Genauso viele wie es gibt, es nicht zu mögen vermutlich. Trachten, Brauchtum, Volksmusik, hunderttausend Menschen in der Innenstadt … das ist nicht jedermanns Sache. Aber ich habe jetzt für mich persönlich den besten Zugang gefunden: Letzten Sonntag, als ich entlang der Aufsteirern-Standl geschlendert bin, ist mir plötzlich eingeschossen, dass das ja auch ein großer Street Food Market ist: Es gibt wohl keine Gelegenheit, sich durch das Bundesland zu fressen – jede Region ist mit einem Standl vertreten, an vielen davon kochen die Bäuerinnen selbst – ganz besonders natürlich beim Kulinarikfest der Bäuerinnen im Stadtbauernhof (Hof der Landwirtschaftskammer). Da gibt’s Verhackertbrote, Gröstl, Steirerschnitzel mit Kürbiskernpanade, Strudel aller Arten, süße Krapfen und den berühmt-berüchtigten Almkaffee aus Murau.

Und dazu machen viele Lokale in der Innenstadt mit: Das El Gaucho hat heuer z. B. Ochsenburger verkauft, beim Eis Greissler gabs „steirischen herbst“ in die Tüte … mit Kastanien-, Sturm- und Zwetschkeneis.

Voila: Ein paar Impressionen von der kulinarischen Seite des Aufsteirerns.

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Eingekauft: Joghurt von der Milch Marie

Milch Marie Joghurt Eine liebe Kollegin fragte letztens, ob ich auch Joghurt mitbestellen möchte. Handgemacht aus hofeigener Milch in Stubenberg – und dann noch in Geschmacksrichtungen wie Ingwer-Kardamom, Chili-Zimt oder Birne-Ras el Hanout. „Normale“ wie Himbeer oder stichfestes Naturjoghurt gibt aber auch. Natürlich habe ich sofort „ja“ gesagt.

Diese Woche kam die Lieferung – und große Freude auf: Das Joghurt schmeckt toll (ganz besonders die gewagteren Mischungen) und ist richtig schön cremig, die Zutatenliste listet nur Natürliches auf und der Preis ist mit 1,80 Euro für einen halben Liter auch total in Ordnung (70 Cent kommen als Pfand für die Glasbehälter dazu).

Da es sich hier um ein regionales Produkt handelt, ist es (für alle, die nicht das Glück haben, mit einer Bekannten der Milch Marie in einer Firma zu arbeiten) nur in der Oststeiermark erhältlich – und zwar in der Dorfgreißlerei Götzl in Stubenberg.

Gekostet: Steirer Cider

Steirercider

Daran, dass zu wenige Äpfel in der Steiermark angebaut werden, kann es nicht liegen. Aber warum gibt es kaum Cider aus der Steiermark? Gut, den Haider Cider gibt es schon seit ein paar Jährchen (verbunden mit dunklen Erinnerungen an Farm Raves am Stubenbergsee …), der scheint aber technisch gesagt ein Apfelmost zu sein.

In den letzten Jahren tauchten aber plötzlich zwei Cider-Marken aus der Steiermark auf:  Einerseits das Goldkehlchen, das wird in Burgenland hergestellt, aber aus steirischen Äpfeln. In Graz ist der Premium Cider bei Jodl, bei VDB und in der Metro erhältlich.

Und dann wäre da noch der Steirer Cider. Hergestellt wird er von Mostsommelier Manfred Fauster aus Graz-Mariatrost, der sich schon damit einen Namen gemacht hat, den Most auf ein neues Level zu heben – der wird dann als Edelmost in entsprechend edlen (Wein-)Flaschen verkauft, es gibt ihn auch als Frizzante von alten Sorten. Von da ist es nur ein logischer Schritt, auch Cider anzubieten: süßen Steirer Cider, mit leichten 3,8 Prozent Alkohol und prickelnder Kohlensäure.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Most und Cider? Cider ist moussierender Apfelwein: vergorener Apfelsaft, der meistens mit Kohlensäure angereichert wird. Und Most ist Fruchtwein aus vergorenen Äpfeln. Anders gesagt: Beim Most wird Apfelsaft mittels Kellertechnik und Hefe vergoren. Bei Cider wird hingegen bereits vergorener Apfelsaft mit reinem Apfelsaft vermischt und mit Kohlensäure versetzt. So ist Cider weniger sauer als Most und hat weniger Alkohol, laut österreichischem Lebensmittelkodex weniger als 4,5 Prozent Alkohol.

Gekauft: Omi’s Apfelstrudel

Omi's Apfelstrudel Okay, genaugenommen habe ich ihn nicht gekauft – er wurde mir neulich in die Hand gedrückt, ich habe ihn also kostenlos bekommen. Aber die Kategorie heißt nun einmal so. 🙂

Viel kann ich euch nicht darüber erzählen: Es ist ein steirischer Apfelsaft, der mit Zimt veredelt wurde. Kommen tut das ganze aus Leoben, hergestellt wird es von der Alfred Kendlbacher GmbH in Leoben.

Und wie schmeckt das? Super, wie Omi’s Apfelstrudel halt schmeckt! Sehr süß, dank des Zimtgeschmacks noch süßer. Laut „Flaschentext“ kann man ihn auch heiß trinken, am besten ist es wohl, ihn „gespritzt“, also mit Wasser zu trinken.

Die Homepage zum Apfelstrudelsaft ist erst im Aufbau, zumindest einen Verkaufspunkt kann ich aber nennen: Café-Restaurant Steira-Eck im Shopping Nord, Graz.

Also: Prost und alles Gute, liebe Omi!

Gekostet: Eschbonkoh

Bad Aussee Wappen

Bad Aussee Wappen

Kaum ein Nicht-Ausseer weiß, was das überhaupt sein soll, geschweige denn hat er das Wort jemals gehört: Eschbonkoh (auch: Easchbonkoh, Echbonkoh, Äschbonkoh). Und Google hilft hier auch nicht weiter.Wo sonst als auf der Bad Ausseer Eschbonkoh-Party, ein Fest am Vorabend des Narzissenfests, sollte man der Sache auf den Grund kommen. Also: Eschbon steht für Erdapfel, Koh für Koch. Erdäpfelkoch also. Es handelt sich um eine fast vergessene Speise aus dem Ausseerland, ein ganz einfaches Essen aus gekochten Erdäpfeln mit Zwiebeln, gebraten in einer großen Pfanne mit viel Schweineschmalz.Also nix mit vegetarisch. Das schmeckt natürlich deftig wie es klingt und macht auch ganz schön satt. Trotzdem behaupten die Ausseer, sie würden es im Gegensatz zu den Bad Mitterndorfern nur als Beilage essen. So schaut das dann aus, wenn ordentlich aufgekocht wird:

Eschbonkoh

Eschbonkoh-Party in Bad Aussee, (c) Kleine Zeitung, Sonja Haider-Krätschmer

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