Tiroler Kaspressknödel

Neulich ging für ein paar Tage ins Tiroler Zillertal zu einer Familienfeier. Das Wetter hat zwar nicht zum Wandern gepasst, aber dafür haben wir uns umso mehr durch die Zillertaler Spezialitäten gekostet: Ofenleber, Zillertaler Krapfen, … Es war recht üppig, wie man sich vorstellen kann. Aus der Erlebnissennerei habe ich mir dann ein etwas ganz Typisches aus der Region mitgebracht: Graukäse. Das ist so ziemlich dasselbe wie „unser“ Murtaler Steirerkäs – ein magerer Sauermilchkäse, der lange reift und ziemlich gewöhnungsbedürftig riecht. (Und den man sofort wegschmeißen würde, wüsste man nicht, dass er so aussehen soll.)

Verarbeitet habe ich ihn zu Kaspressknödeln, einem seehr deftigen Essen aus Südtirol – Semmelknödel mit viiel Käse, die normalerweise gern auf Skihütten in einer Suppe serviert werden. Aber auch daheim mit Salat super schmecken. Die Knödel heißen übrigens Pressknödel, weil sie aus der runden Kloß-Form in flache Laibchen gepresst werden.

Tiroler Kaspressknödel

Für ca. 6 Knödel 300 g Knödelbrot (Semmelwürfel) in eine große Schüssel füllen. 200 g Graukäse hineinbröseln. 100 g Bergkäse (klein geschnitten) dazugeben. Gut durchmischen.

1 Zwiebel in etwas Butterschmalz glasig dünsten, 1 kl. Bund Petersilie (fein geschnitten) und 1 Knoblauchzehe (fein gewürfelt) dazugeben und etwas mitdünsten. Zwiebelmischung zum Knödelbrot geben.

2 Eier mit 200 ml Milch, Salz und Pfeffer verrühren, ebenfalls zur Brotmischung geben. Alles gut vermischen und festdrücken, damit sich das trockene Brot mit der Flüssigkeit vollsaugen kann. 15 Minuten ziehen lassen.

Mit nassen Händen Knödel formen und flach drücken. In heißem Butterschmalz braten. Und dann, wie oben erwähnt, in Suppe oder mit Salat servieren.

Die Brezensuppe

Brezensuppe im Gasthaus zur Post, St. Martin bei LoferEin Rezept aus dem Urlaub. Nichts Italienisches oder Griechisches, sondern etwas Tirolerisches – oder Pinzgauerisches, je nachdem auf welcher Alm man sich gerade befindet. Die Brezensuppe ist das wohl beste vegetarische Essen, das man jenseits der Baumgrenze so bekommt.

Das mit dem zuhause Nachmachen, funktioniert, wie es nun mal mit Urlaubsessen so ist, nur bedingt. Dabei ist es schon fast lächerlich einfach. In Graz mangelt es allerdings an der Hauptzutat: altbackene Brezen. Die bäckt nämlich offenbar kein Bäcker in der Stadt, das was man so bekommt, ist alles Aufbackware.

Glücklicherweise gibt es sogar das Originalrezept der „St. Martiner Brezensuppe“ vom Gasthof zur Post in St. Martin bei Lofer, das hier rechts oben abgebildet ist, online auf salzburg.orf.at.

 

Für vier Portionen acht Brezen vom Vortag (am besten weiße Brezen, nicht Laugenbrezen, mit denen wird es sehr würzig) in kleine Stücke schneiden oder reißen. 10-15 dag Pinzgauer Bierkas (oder Graukäse, Bergkäse … es muss deftig sein) fein würfeln.

Dann abwechselnd, mit Brezen anfangen und beenden, in die Suppenteller schichten.

Mit 1 l Rindssuppe (Vegetarier Gemüsesuppe) übergießen und quellen lassen. Die Brezen sollten weich, aber leicht bissfest sein.

Eine Zwiebel in Ringe schneiden, mit etwas Butter goldbraun braten. Über die fertige Brezensuppe streuen, mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

breznsuppn

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